Zwischen Förderung und Sparkurs: Was passiert mit Deutschlands Apotheken?

Berlin – Die Kritik am Umgang der Regierung mit Apotheken wird schärfer: Während ihre Rolle gestärkt werden soll, drohen aus dem nächsten Sparpaket empfindliche Einbußen. Politiker sprechen groß von Zukunft und Nahversorgung, aber wer muss das am Ende ausbaden? Ein doppeltes Gesetzespaket schafft Druck und Verunsicherung.

heute 12:50 Uhr | 3 mal gelesen

Schon wieder so ein Tag im politischen Berlin, an dem man sich fragt, ob die linke Hand weiß, was die rechte tut. Seit Wochen schwelt der Streit um die Zukunft der Apotheken, denn am Freitag stehen gleich zwei entscheidende Gesetze auf der Agenda: Eines verspricht den Apothekern mehr Kompetenzen, das andere dreht ihnen, um es offen zu sagen, das Geld ab. Thomas Preis von der ABDA bringt das auf den Punkt: Apotheken sollen impfen, beraten, testen – noch mehr von dem tun, was eigentlich schon auf ihren Schultern lastet. Aber wie, wenn gleichzeitig das sogenannte Kassenspargesetz eine satte Kürzung durch die Erhöhung des Apothekenabschlags einleitet? Ein Dilemma fast schon klassischer Prägung: Hauptsache, es klingt in der Presse nach Fortschritt. Preis mahnt jedenfalls, ohne wirtschaftliches Fundament gehe gar nichts – neue Aufgaben brauchen solide Finanzierung, sonst wird’s mit der wohnortnahen Versorgung eng. Kern der Debatte: Während das neue Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) den weißen Kitteln mehr Verantwortung in Prävention und Beratung zuschanzt, zieht das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz den Apotheken mit der geplanten Abschlags-Erhöhung finanziell die Zügel an. So konterkariert die eine Gesetzesreform die andere faktisch. Die immense Unterstützung für die ABDA-Petition – mehr als 315.000 Menschen stehen hinter den Apotheken – zeigt immerhin, wie deutlich das Thema in der Bevölkerung verankert ist. Jetzt bleibt abzuwarten, ob Politik sich endlich zu einem klaren, verlässlichen Kurs für die Apotheken durchringen kann.

In den kommenden Tagen entscheidet sich, wie die Rolle der Apotheken in Deutschland künftig aussieht: Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) – soll den Apotheken mehr Aufgaben im Gesundheitswesen ermöglichen, etwa bei der Prävention und Diagnostik. Gleichzeitig sorgt das geplante neue Kassenspargesetz für erhebliche Verunsicherung, da durch die Erhöhung des Apothekenabschlags (von 1,77 auf 2,07 Euro pro Kassenrezept) die Vergütung sinkt, wodurch notwendige Investitionen in Personal und Ausstattung schwerer werden. Aktuelle Recherchen zeigen, dass insbesondere kleinere Apotheken in ländlichen Regionen durch diese Doppelbelastung in ihrer Existenz bedroht sind; laut Medienberichten werden die geplanten Maßnahmen sowohl von Fachverbänden als auch von vielen Bürgerinnen und Bürgern stark kritisiert. Erweiterte Einordnung: - Laut Spiegel führen die geplanten Einsparungen und die zusätzliche Belastung der Apotheken dazu, dass immer mehr Standorte – vor allem im ländlichen Raum – aufgeben müssen. Die Branche warnt vor Versorgungslücken und einer gefährdeten Medikamentenabgabe. (Quelle: Spiegel) - Die Zeit berichtet, dass die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen auf den Reformbedarf hinweist, warnt aber vor zu schnellen Änderungen, die Versorgungssicherheit gefährden könnten. Gleichzeitig wächst der Protest gegen die Kürzungen, was zu Spannungen innerhalb der Koalition führt. (Quelle: Zeit) - Im Interview auf Süddeutsche Zeitung plädieren Apothekenvertreter für eine nachhaltige Finanzierung und mahnen praxisfremde und kurzfristige politische Eingriffe an. Sie betonen, dass das Vertrauen der Bevölkerung in Apotheken nicht durch Sparmaßnahmen verspielt werden dürfe. (Quelle: Süddeutsche Zeitung)

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