100.000 Hände und jede Menge Lampenfieber – Gehlberg im Rampenlicht des MDR

Gehlberg, ein sonst eher verschlafenes Dorf im Thüringer Wald, zieht auf einmal alle Blicke auf sich. Grund ist das MDR-Format „Hol dir deine Show!“ – und das bedeutet für die Menschen hier: Fernsehkameras, Stars und jede Menge Aufregung. Am 27. und 28. Februar verwandelt sich der Ort in eine Live-Bühne mit Musik, Geschichten und besonderen Gästen.

heute 07:10 Uhr | 5 mal gelesen

Mitte letzten Jahres griff Bürgermeister Heinz Rogowsky zum Stift (okay, eher zur Tastatur) und sandte eine Bewerbung an den MDR – Ziel: das TV-Event „Hol dir deine Show!“ nach Gehlberg holen. Und tatsächlich, der Coup ist geglückt! Am 27. Februar explodiert das Programm: Gleich sieben lokale Museen öffnen ihre Türen spätabends für die MDR-Livesendung, geleitet von Moderator Felix Seibert-Daiker und flankiert von Fernsehprofi Peter Imhof. Musikalisch wird das Ganze zum kleinen Volksfest: Die Mountain Crew wirbelt die Bühne auf, Schlagersängerin Katharina Herz heizt ein und Julian Reim, ja – genau, DER Julian Reim, hat auch zugesagt. Abgerundet wird das Spektakel durch die Showtanzgruppe des Dorfes, die mit dem Song „Octopus (100.000 Hände)“ alle Hände voll zu tun hat. Doch nicht nur am Abend klingeln die Gläser. Schon nachmittags heißt es Promiauflauf: „MDR um Vier – der starke Osten“ sendet live, und Sterne-Köchin Lisa Angermann zeigt, dass Grillgemüse an der Thüringer Winterluft durchaus Herzchen auf Instagram verdient. Peter Imhof, bekannt für seine lockere Art, bringt die Leute mit einem Schätzspiel zum Lachen – Thema: Berge. Nebenbei laufen Interviews, Selfies und – Hand aufs Herz – sicher auch so manch holprige Improvisation, die ein Live-Event eben mit sich bringt. Bereits in der Woche vor dem großen Fest steht Gehlberg in jeder Frühsendung von MDR Thüringen im Mittelpunkt. Sogar eine Instagram-Challenge läuft, damit auch die Daheimbleiber ein bisschen Show-Glitzer abbekommen. Und am Tag danach? Da zeigt „Unser Dorf hat Wochenende“ das echte Gehlberg – ohne Blitzlicht und Lametta, dafür mit ehrlichen Blicken hinter die Kulissen. Interessant ist, dass die Sendung nicht nur auf Party und Schlager setzt. Wie MDR-Redaktionsleiterin Ines Keilholz sagt, bringen Redakteure und Gehlberger gemeinsam die Themen aufs Tablett – von Ehrenamt über Dorfgeschichten bis hin zu kulturellen Eigenheiten. Kurzum: Hier läuft nicht nur Fernsehen, sondern echter Dorfspirit durchs Kabel. Wer alles nachsehen möchte (oder auf den Hund gekommen ist und lieber daheimbleibt): Die Sendungen landen anschließend in der ARD Mediathek. Und für ganz Eilige gibt es sogar eine Pre-Show, diesmal mit Lucas Thiel, ab 19 Uhr. Fazit: Gehlberg – eine Hand wäscht die andere, aber diesmal schauen alle zu.

In Gehlberg läuft derzeit alles anders – der MDR macht das kleine Dorf zum medialen Zentrum: Mit einer Museumsnacht, lokalen Helden, frischer Musik und ungewöhnlichen Aktionen wird die Gemeinde eine Fernseh-Spielwiese, bei der viele Türen geöffnet und noch mehr Hände geschüttelt werden. Neben den Showeinlagen und Promiauftritten wird bewusst viel Wert auf regionale Besonderheiten gelegt: Die Menschen vor Ort bringen sich selbst ein, das Format mischt Stars mit Dorfgeschichten, wie es sonst selten im Fernsehen zu sehen ist. Rund wird das Ganze durch die Begleitung im Radio sowie Social Media; das Event läuft crossmedial, reicht von Frühberichterstattung bis zur After-Show und dürfte für Gehlberg wie auch den MDR ein Paradebeispiel für moderne Dorfpräsenz sein. Erweiterte Recherche: Die taz berichtete jüngst über die Herausforderungen in ländlichen Räumen hinsichtlich Digitalisierung und Medienpräsenz. Hier spielt Gehlberg eine Vorreiterrolle, weil es das lokale Potenzial nutzt und mit MDR-Unterstützung medial neu inszeniert. Deutschland.de schrieb am Dienstag über innovative Veranstaltungsformate für kleine Orte und hob hervor, dass Events wie das in Gehlberg dazu beitragen, Gemeinschaft zu stärken und jungen Menschen Perspektiven bieten. Das wird auch durch Rückmeldungen aus der Gemeinde deutlich. Die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte einen Hintergrundbericht zu „Dorfkultur im Wandel“, der deutschlandweit beobachtet, wie Medienformate zu einem neuen Selbstbewusstsein in den Gemeinden beitragen und regionale Identität fördern – der MDR-Tag in Gehlberg passt ins Bild.

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