Die Grünen rufen in einem ungewöhnlich offenen Positionspapier die Bundesregierung und insbesondere CDU-Chef Merz dazu auf, gemeinsam breite und grundlegende Reformen am deutschen Sozialstaat zu erarbeiten. Sie schlagen vor, parteiübergreifend am „Sofortprogramm Zukunft“ mitzuwirken und zeigen sogar Bereitschaft, an einer Verfassungsänderung mitzuarbeiten, um die dringend benötigten Modernisierungen im Renten- und Gesundheitssystem rechtlich abzusichern. Die Fraktionschefinnen sehen besonders beim hohen Kostendruck, ineffizienten Strukturen und dem fortschreitenden Fachkräftemangel zügigen Handlungsbedarf – mit dem klaren Signal, politische Blockaden zugunsten echter Lösungen aufzuweichen. Neuere Entwicklungen der letzten zwei Tage zeigen, dass die Debatte um eine große Sozialreform an Fahrt aufnimmt: Laut taz zeichnet sich bereits alleinig bei der Frage der Grundsicherung ein breiter Diskussionsbedarf zwischen Regierung und Opposition ab, wobei die Grünen auf zügige Ankündigungen von Gesundheitsminister Lauterbach drängen. Mehrere Stimmen aus der CDU zeigen sich grundsätzlich offen für Gespräche, pochen allerdings auf „strukturelle Haushaltskonsolidierung“ als Grundbedingung. Parallel wird das Thema von Sozialverbänden wie Paritätischer Wohlfahrtsverband und Gewerkschaften als „überfällige Großbaustelle“ bewertet – und der Ruf nach parteiübergreifender Konsenssuche scheint in der deutschen Presselandschaft präsenter denn je.
heute 06:32 Uhr