Sonja Eichwede von der SPD spricht sich klar für ein erweitertes Verbot der Beschäftigung von Verwandten durch Bundestagsabgeordnete aus – nicht nur im eigenen Büro, sondern auch bei Fraktionskollegen, um Missbrauch vorzubeugen. Im Zentrum ihrer Überlegungen stehen mehr Fairness, Transparenz und das Vertrauen der Bevölkerung, vor allem nachdem Fälle von Vetternwirtschaft die AfD ins Zwielicht gebracht haben. Sie plädiert jedoch für Augenmaß: Die Zusammenarbeit mit Parteifreunden dürfe nicht pauschal mit Vetternwirtschaft gleichgesetzt werden, solange Qualifikation und Offenheit im Einstellungsverfahren gewahrt bleiben. Internationale Vergleiche zeigen, dass einige europäische Parlamente striktere Gesetze besitzen; in Frankreich etwa gibt es bereits umfassende Verbote familiärer Anstellungen. Die deutschen Landtage holen nach, zahlreiche Bundesländer haben bereits Verschärfungen beschlossen – die Debatte im Bundestag steht also im größeren Kontext eines europaweiten Trends zu mehr Integrität in der Politik. Gleichzeitig flammt in der Öffentlichkeit die Diskussion darüber auf, wie weit gesetzgeberische Einschränkungen gehen sollten und wie ein wirklich effektiver Kontrollmechanismus aussehen könnte. (Ergänzt nach aktuellen Berichten der Süddeutschen Zeitung und der ZEIT vom Juni 2024.)