München, mitten im Trubel der Sicherheitskonferenz: Iranische Exilierte riefen am Samstag auf der riesigen Theresienwiese zum Protest gegen das herrschende Mullah-Regime. Die Forderung – Regimesturz – stand groß auf Bannern und in Sprechchören. Überraschend war nicht nur, wer ans Mikro trat: Reza Pahlavi, Thronfolger-Sohn und Überbleibsel einer gestürzten Monarchie, sowie US-Politiker Lindsey Graham, der via Fernsehformat einige Statements lieferte. Umso mehr polarisierte die Einschätzung zur Menge: 15.000 – 80.000 – zuletzt gar 250.000, so der wilde Ritt offizieller Angaben. Schon ging's los mit Luftbildvergleichen, rechnenden Experten und misstrauischen Internetnutzerinnen: Mehrere zeigten auf, dass wohl kaum mehr als ein Bruchteil der Fläche tatsächlich besetzt war. Alte Hasen aus den umliegenden Vierteln meinten – fast schon trotzig –, das größte Problem am Tag seien eher übertrieben viele Kameras als Verkehrschaos oder Buslawinen gewesen. Der öffentliche Verkehr jedenfalls schnaufte ganz normal vor sich hin. Neben der Teilnehmerzahl sorgt auch der Ton für Unruhe: Clips zeigen Parolen, die sowohl rassistische als auch extremistische Züge tragen – darunter Sätze, die nicht nur sprichwörtlich verstörten. Aktivistinnen, Journalistinnen und Beobachter fordern jetzt Antworten: Wie kam die Polizei auf ihre Zahlen? Wie will der Veranstalter damit umgehen? Und weshalb weicht prominenter Besuch so ausweichend auf unbequeme Fragen? Am Rande des Ganzen blieb jedenfalls eines kleben: Wo so heftig debattiert wird, steckt oft mehr als nur Mathematik dahinter.
Die Demonstration iranischer Exilierter in München am 14. Februar spaltete die öffentliche Meinung – insbesondere anhand der extrem schwankenden Zahlen, die von 15.000 bis zu 250.000 reichten. Während zahlreiche Beteiligte die offiziellen Behördenschätzungen anhand von Luftbildern und Erfahrungswerten für übertrieben hielten, äußerten viele auch Kritik an rassistischen und extremistischen Slogans, die während der Proteste dokumentiert wurden. Auch in aktuellen Berichten weiterer großer Nachrichtenseiten wird über den Einfluss politischer Exilcommunitys auf die öffentliche Meinungsbildung, die Brisanz der Münchner Sicherheitskonferenz in diesem Jahr und die Bedeutung von Protesten im Zuge wachsender internationaler Spannungen diskutiert. Darüber hinaus sind Stimmen laut geworden, die Transparenz bei der Ermittlung von Teilnehmerzahlen fordern, während Debatten zu politischer Vereinnahmung und Falschinformationen weiter schwelen.