Schon beim Schlendern über das Gelände spürte man eine ganz besondere Atmosphäre. BR-Intendantin Dr. Katja Wildermuth brachte das Gefühl vieler Besucherinnen und Besucher auf den Punkt: "Wir öffnen unsere Türen und Herzen und erleben, wie aus Rundfunk-Teams eine richtig große Familie wird." Jung und Alt bewegten sich durch die heiligen Hallen des Senders – etwa durch Studios, Kontrollzentren oder die berühmte Nachrichtenredaktion. Es blieb selten bei einem Blick durch die Scheibe: Wer den Mut hatte, durfte zum Beispiel vor Ort ins Mikro sprechen oder einen eigenen Social-Media-Clip basteln.
Vor allem Menschen, die sonst maximal am Frühstückstisch BR hören oder im Feierabend die BR24-App durchscrollen, stießen auf jede Menge Neues: Interviews mit prominenten Gesichtern, die man sonst nur aus dem Radio kennt. Besonders gefragt: Der Ü-Wagen – für viele ein Geheimnisschrank der Technik. "Krass, was da alles passiert – ich hätte nie gedacht, dass so viel hinter einer Radiosendung steckt", staunte Thomas aus Erding.
Zwischendrin lachten Kinder an Mitmachstationen, Musikerinnen vom Rundfunkorchester gaben Kostproben, und Graffiti-Akrobat Loomit verlieh alten Satellitenschüsseln einen kunterbunten Anstrich. Familien lobten, dass wirklich jeder – von den Kleinsten bis zu den älteren Semestern – etwas erleben konnte. "Wir haben selten einen Tag gehabt, an dem wir alle so viel ausprobiert haben", erzählt Manuela, deren Kinder noch vom überdimensionalen Pong-Spiel schwärmten.
Obwohl es ein Tag des Feierns war, hatte alles seine persönliche Note – vom lockeren Austausch mit Moderatoren bis zur detailverliebten Führung durch Digital- und Tonstudios. "Hier ist nichts versteckt", resümiert Joe aus Poing, "das erklärt, warum öffentlich-rechtlicher Rundfunk eben mehr ist als bloß Nachrichten liefern."
Weitere Eindrücke gibt es übrigens online – für alle, die lieber digital als analog dabei sind.
Beim Tag der offenen Tür des BR kamen über 13.000 Besucher zu einem abwechslungsreichen Erlebnis zusammen, das einen seltenen und persönlichen Einblick hinter die Kulissen des Senders bot – inklusive Workshops, Bühnenprogramm und hautnaher Begegnungen mit Medienmachern. Die Veranstaltung unterstrich die Bedeutung von nahbarem, transparentem Rundfunk und schuf wertvolle Momente gemeinsamer, generationenübergreifender Freude. Kritische Stimmen äußerten nur vereinzelt, dass der große Andrang manches zeitlich oder räumlich begrenzte Angebot schnell auslastete.
Ergänzend dazu: Die diesjährige Veranstaltung war eingebettet in einen breiteren Trend zu mehr Bürgerteilhabe und Transparenz bei öffentlich-rechtlichen Sendern, gerade im Hinblick auf das oftmals kritisierte Verhältnis zu Gebührenzahlern. Ähnlich gelagerte Events wie in München werden auch von ZDF und ARD zunehmend genutzt, um Öffentlichkeit herzustellen und direktes Feedback einzuholen. Nach externen Medienberichten lag ein besonderer Fokus dieses Mal auf der Miteinbeziehung junger Zielgruppen – von Social-Media-Workshops bis zur Möglichkeit, eigene Videos für den BR-Kanal zu produzieren. Außerdem wurde die Nachhaltigkeit des Events betont, z.B. durch umweltschonende An- und Abreiseoptionen und digitale Informationsangebote.