Geldprobleme kennen viele – aber irgendwie trifft es Frauen immer ein bisschen härter. Melanie beispielsweise, Mutter mit vollem Stundenplan, weiß das nur zu gut. All ihre Energie steckt sie in die Pflege ihres autistischen Sohnes, Springen zwischen Sorgen und Behördengängen, eine Pause: unbezahlbar. "So eine Nacht, komplett ohne Grübeleien über offene Rechnungen – das wäre mein Wunsch", sagt sie. Dabei hat sie Abitur, einen Ausbildungsabschluss, eigentlich alles richtig gemacht. Trotzdem: Dauernd am Limit, abhängig vom Bürgergeld, mit Scham im Nacken. Gisela wiederum hat ihr Leben lang Teil der arbeitenden Mitte Deutschlands gewesen – als Erzieherin, dann Bürokraft. Doch jetzt, im Ruhestand, reicht die Rente nicht. Ohne die Tafel und staatliche Zahlungen wäre selbst das geliebte Tier nicht mehr versorgbar. Sic transit gloria mundi, so bitter fühlt sich das an. Und dann ist da Carolin; jung, hochmotiviert, Mutter mitten im Patchwork-Trubel. Sie will unabhängig sein, ringt mit dem Spagat zwischen Familie, Uni und fehlender Zeit – wie lange kann sie sich das leisten? Setzt sie auf das Studium, bleibt sie Jahre abhängig vom Ehemann; bleibt sie beim Minijob, droht später Altersarmut. Eine Entscheidung, von der alles abhängt – und die leider keine seltene ist in unserer Gesellschaft.
Die ZDF-Reportage "arm, abhängig, abgehängt: Frauen und Geld" verschafft Einblick in das Leben dreier Frauen, die trotz Erwerbsarbeit und Ausbildung nicht finanziell unabhängig sind. Kinderbetreuung, Pflege, Teilzeitarbeit und Lohnungleichheit sorgen regelmäßig dafür, dass Frauen wie Melanie, Gisela und Carolin Gefahr laufen, dauerhaft auf Unterstützung angewiesen zu sein oder im Alter zu verarmen. Statistiken aus aktuellen Artikeln (siehe Erweiterung) belegen, dass fast jede dritte Frau über 65 in Deutschland ein erhöhtes Armutsrisiko trägt, und das Problem verschärft sich durch hohe Lebenshaltungskosten in Städten wie München oder Berlin sowie durch systemische Benachteiligung von Care-Arbeit. Zudem zeigen neue Studien, dass Frauen im Durchschnitt weiterhin rund 18 Prozent weniger verdienen als Männer, wobei insbesondere Mütter durch Teilzeitmodelle und Unterbrechungen in der Erwerbsbiografie in finanzielle Not geraten. Es wird gefordert, gesellschaftliche Rahmenbedingungen wie bezahlbare Kinderbetreuung, bessere Teilzeitmodelle und höhere Löhne in sozialen Berufen zu schaffen, um die Situation grundlegend zu verbessern.