3sat bringt Doku über den gescheiterten Rapper und IS-Propagandisten Deso Dogg ins Fernsehen

Eigentlich will Denis Cuspert alias Deso Dogg Karriere als Gangsterrapper machen. Aus dem kleinen Rampenlicht fällt er jedoch bald heraus. Nach seiner Bekehrung zum Islam und zunehmender Radikalisierung landet Cuspert als Rekrutierer und Sprachrohr der Terrormiliz IS mitten in Syrien – bekannt aus düsteren Propaganda-Clips. In die Geschichte verfängt sich bald eine FBI-Übersetzerin, die mehr als nur ihren Job für ihn riskiert. Die 3sat-Dokumentation 'Die Honigfalle' erzählt diesen bemerkenswerten Absturz und läuft als Free-TV-Premiere ab 6. April 2026 in der 3satMediathek sowie am 8. April um 20:15 Uhr im TV.

heute 13:27 Uhr | 5 mal gelesen

Das alles ist, wider Erwarten, keine Fantasiegeschichte, sondern passiert tatsächlich so: Die FBI-Mitarbeiterin Daniela Greene, Deutsch sprechend, mit eigenem Lebensgepäck zwischen Osteuropa und Deutschland, soll online den Kontakt zu Cuspert alias Deso Dogg suchen. Der Auftrag: den radikalisierten Ex-Rapper möglichst festzunageln, ihm eine Falle stellen. Doch was als taktisches Manöver beginnt, gleitet allmählich ab in ein Gefühlsknäuel. Greene verliebt sich, bricht mit den USA und ihrem bisherigen Leben und folgt Cuspert nach Syrien – quer durch einen Wirbel aus Liebe, Gefahr und Desillusion. Bemerkenswert: Während Cusperts Leben in Syrien auf dramatische Weise endet – ein Drohnenangriff gilt als wahrscheinlicher Grund – kehrt Greene später tatsächlich lebend in die USA zurück. Wer sich mit solchen Geschichten zwischen Realität, Propaganda und persönlichem Drama auseinandersetzen will, findet in 'Die Honigfalle' reichlich Stoff. Mehr Infos gibt es bei den Pressestellen von ZDF und 3sat – für alle, die tiefer einsteigen möchten.

Die Dokumentation 'Die Honigfalle' beleuchtet die ungewöhnliche Beziehung zwischen der FBI-Übersetzerin Daniela Greene und dem ehemaligen deutschen Rapper Denis Cuspert, der als Deso Dogg bekannt wurde und später beim IS eine Schlüsselrolle im Propaganda-Apparat übernahm. Das Werk geht nicht nur auf Cusperts musikkarriere und seine Radikalisierung ein, sondern auch auf die moralischen und emotionalen Abgründe, die sich auftun, wenn Menschen persönliche Grenzen überschreiten – etwa wenn Greene nicht nur zur Ermittlerin, sondern zur Geliebten und schließlich zur Ehefrau eines gesuchten Terroristen wird. Auch im aktuellen Kontext bleibt das Thema brisant, da Fragen zu Radikalisierung über soziale Medien, dem Wandel von Lebenswegen und der Anfälligkeit selbst gut eingebundener Menschen für Extremismus präsent bleiben. In den letzten 48 Stunden wurde in mehreren Medien weiter berichtet, wie Sicherheitsbehörden mit Internet-Radikalisierung umgehen, und auch der Umgang mit zurückgekehrten IS-Anhängern sorgt weiterhin für Debatten. Zusätzlich rückt die Doku ins Bewusstsein, wie leicht selbst Behördenmitarbeiter in Ausnahme-Biographien abdriften können.

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