75 Jahre 'journalist': Jubiläumsausgabe feiert mit 75 frischen Impulsen für den Journalismus

Das Magazin 'journalist' wird stolze 75 Jahre alt. Pünktlich zum Jubiläum versammelt die Redaktion unter dem Motto '75 Ideen für den Journalismus' eine bunte Mischung an Stimmen und Visionen aus der Branche. Auch Persönlichkeiten wie Caren Miosga und Jochen Wegner steuern inspirierende Gedanken bei.

20.01.26 11:46 Uhr | 4 mal gelesen

Irgendwie passend, dass ausgerechnet zur 75. Runde des 'journalist'-Magazins ganz unterschiedliche Ansichten und Impulse einen großen Tisch decken – mal festlich, mal streitbar, mal überraschend. Caren Miosga etwa spricht im Interview offen darüber, wie das angebliche Diskussionsfeuer auf Social Media erst wirklich diejenigen Gräben aufreißt, von denen alle reden. "Wenn wir in den traditionellen Medien ähnlich miteinander umgehen würden wie auf Twitter und Co., könnten wir das Ganze eh direkt knicken," meint sie nüchtern und ohne großes Pathos. Ganz anders, aber nicht weniger nachdenklich, blickt Jochen Wegner zurück und sagt: "Ich dachte eigentlich schon dreimal, das wars jetzt mit dem Beruf." Doch irgendwie geht's immer weiter – vermutlich, weil Medienleute neue Rollen suchen. Wegner beschreibt das bei der 'Zeit' mit dem Satz: "Wir handeln nicht mehr bloß mit Nachrichten, wir bieten ein Gefühl von Gemeinschaft." In der Jubiläumsausgabe kommen, neben Wegner und Miosga, auch zahlreiche andere kreative Köpfe zum Zug, darunter Astrid Maier, Klaus Brinkbäumer, Hannah Suppa, Ronja von Wurmb-Seibel und viele mehr. Es sind Ideen, die mal alltagsnah, mal kühn, mal nachdenklich sind – gerade das macht die Sammlung lesenswert. Herausgegeben wird das Magazin, das mit seinen 26.000 gedruckten Exemplaren branchenprägend ist, vom Deutschen Journalisten-Verband. Wer will, kann die neue Jubiläumsausgabe anfordern oder frei verfügbare Interviews auf der Webseite entdecken. Und falls jemanden die ersten Schritte in Richtung Journalismus-Reflexion interessieren: Die allererste Ausgabe wurde schon 1951 herausgegeben.

Das 'journalist'-Magazin feiert 75-jähriges Bestehen mit einer besonderen Ausgabe, in der 75 zentrale Ideen die Zukunft und Herausforderungen des Journalismus ausloten. Die Bandbreite reicht von der sozialen Verantwortung über die Notwendigkeit echter Diskussionskultur bis hin zur Frage, wie Mediengemeinschaften in Zeiten digitaler Polarisierung gestaltet werden können. Überlegenswert ist dabei, wie Medien ihren Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte leisten, ohne dem Hardliner-Gebaren der sozialen Netzwerke zu erliegen. Zusätzlich griffen viele Beiträge aktuelle Themen wie KI im Journalismus, Transparenz und Vertrauensbildung auf, die laut Berichten der letzten Tage beispielsweise bei der ZEIT und TAZ diskutiert wurden – sei es in Bezug auf Desinformation im Wahlkampf oder Versuche, mit Hilfe von konstruktiven Formaten gegen die Nachrichtenmüdigkeit anzugehen. Gerade im Kontext der anhaltenden Angriffe auf Medien – auch aus politischen Lagern – scheint die Rolle unabhängiger Berichterstattung wieder stärker im Fokus öffentlicher Diskussion zu stehen. Aus der Gesamtschau aktueller Presseartikel fällt auf: Es herrscht ein Ringen um Glaubwürdigkeit, neue narrative Formen und – vielleicht die wichtigste Erkenntnis der Jubiläumsnummer – den Mut, immer wieder auf gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren.

Schlagwort aus diesem Artikel