Abbruch des deutsch-französisch-spanischen Kampfjet-Projekts: FCAS vor Neuausrichtung

Der große Plan, gemeinsam mit Frankreich und Spanien ein modernes Kampfflugzeug der nächsten Generation zu bauen, ist geplatzt – nun bleibt wenig mehr als der vage Versuch, wenigstens digitale Komponenten gemeinsam zu entwickeln.

heute 17:00 Uhr | 2 mal gelesen

Wie zu hören ist, verlautbarte aus Berliner Regierungskreisen – so berichtet jedenfalls das "Handelsblatt" – dass der Traum vom gemeinsamen europäischen Kampfflugzeug nun endgültig ausgeträumt ist. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), so heißt es, habe mit Macron persönlich gesprochen und den Stecker gezogen. Schon irgendwie typisch für solche gigantischen Rüstungsvorhaben: erst endlose Treffen, dann ein bisschen Hoffnung, und am Ende? Funkstille. Besonders pikant: Das Future Combat Air System, kurz FCAS, war politisch stets als Paradebeispiel für enge europäische Zusammenarbeit verkauft worden – nun ein offenes Eingeständnis des Scheiterns. Interessanterweise wollen die Regierungen an der digitalen Vernetzung – etwa zwischen Jets, Drohnen und Satelliten – weiter basteln, vermutlich, weil niemand völlig ohne Ergebnis dastehen will. Wie das alles künftig aufgeteilt wird, steht in den Sternen. Zumindest der Ministerrat Mitte Juli soll hier "Klarheit" bringen – was immer das in solchen Kontexten heißen mag. Im Hintergrund schwelte immer ein Machtkampf auf Industrieseite: Die Franzosen mit Dassault pochten auf das Sagen, Airbus wiederum wetterte gegen die Nebenrolle als Juniorpartner. Politik und Wirtschaft im Jackson Pollock-Modus. Mal ehrlich – überrascht das noch jemanden?

Das deutsch-französisch-spanische Rüstungsprojekt für einen gemeinsamen Kampfjet der nächsten Generation (FCAS) ist – nach jahrelangen, teils zähen Verhandlungen – endgültig gescheitert. Einer der zentralen Gründe: Industriekonflikte zwischen Airbus und Dassault, wobei Letztere kompromisslos auf der Führungsrolle beharrte, während Airbus eine solche "Statistenrolle" nicht akzeptieren wollte. Dennoch bleibt ein Rest europäischer Kooperation: Die ambitionierte digitale Architektur, die Kampfflugzeuge, Drohnen und Satelliten vernetzen soll, steht weiterhin auf der politischen Agenda. Interessant ist außerdem, dass das gescheiterte FCAS-Projekt in einem Kontext steigender Verteidigungsausgaben und wachsender sicherheitspolitischer Unsicherheiten in Europa dasteht – während aber andere internationale Rüstungsprojekte, wie etwa der britisch-japanisch-italienische Konkurrenzjet "Tempest", nun möglicherweise an Dynamik gewinnen. Internationale Experten sehen das Scheitern als Rückschlag für die europäische Verteidigungsautonomie, aber nicht unbedingt als das Ende transnationaler Kooperationen im Verteidigungssektor.

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