Ganz unverblümt hat Andrij Melnyk, der manchen Berlinern als durchaus direkte Stimme der Ukraine im Gedächtnis geblieben sein dürfte, seinen Wunsch nach einer zweiten Runde als Botschafter geäußert. Im 'Spitzengespräch' des 'Spiegels' ließ er durchblicken: Käme die Gelegenheit, wäre er sofort wieder dabei – zu sehr hängt sein Herz offensichtlich an Deutschland. Das Land, so Melnyk weiter, habe er liebgewonnen und verstehe es vielleicht sogar besser als andere: Ein unterschwelliger Seitenhieb, der wohl auf sein eigenes diplomatisches Selbstbewusstsein verweist. Hinzu formulierte er einen Zweifel am Realismus dieses Wunsches. Er glaube zwar an die Möglichkeit, von deutscher Seite grünes Licht zu bekommen, aber objektiv liege eine zweite Amtszeit wohl eher im Bereich des Wunschdenkens. Melnyk erinnert sich an seine Zeit von 2015 bis 2022: Damals fiel er mehrfach mit harscher Kritik auf, insbesondere wenn es um das seiner Meinung nach zu zögerliche Handeln der Ampelregierung in Sachen Ukraine-Hilfe ging. Inwieweit Deutschland und Melnyk also eine zweite Runde miteinander riskieren – offen.
Andrij Melnyk, der von 2015 bis 2022 als ukrainischer Botschafter in Berlin tätig war, denkt laut über eine Rückkehr auf diesen Posten nach. Während Melnyk davon überzeugt ist, Deutschland tiefgehend zu verstehen und positive Impulse setzen zu können, räumt er realistisch ein, dass eine zweite Amtszeit eher unwahrscheinlich erscheint. Der Diplomat war für seinen offenen Stil bekannt und kritisierte die deutsche Regierung scharf für ihre abwartende Haltung gegenüber der Ukraine, was seine Ambitionen für einen Neuanfang durchaus spannend erscheinen lässt. Im internationalen Kontext bleibt Melnyks Engagement auffällig, etwa durch seine anhaltende Beteiligung an der öffentlichen Debatte über militärische Hilfe und Reformen in der Ukraine. In jüngsten Medienberichten wird zudem thematisiert, wie Melnyks Persönlichkeit die deutsch-ukrainischen Beziehungen geprägt hat: Seine Offenheit brachte Sympathien, aber auch Irritationen – zweischneidig, aber unverwechselbar.