Die InRa-Studie, erstellt vom Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt, untersuchte erstmals im großen Stil Rassismus in verschiedenen staatlichen Institutionen wie Jobcentern, Jugendämtern und Ausländerbehörden über einen Zeitraum von drei Jahren. Ihre Ergebnisse zeigen: Rassismus wirkt selten durch offene Feindseligkeit, vielmehr durch alltägliche Routinen, Ermessensentscheidungen und teilweise tief eingebrannte Haltungen. Ein bedeutendes Manko ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das nicht greift, wenn Bürger gegenüber Behörden Diskriminierung erfahren – was bedeutet, dass Betroffene bislang keine starke gesetzliche Handhabe haben. Laut meinen eigenen Überlegungen wird das Thema strukturelle Diskriminierung bisher oft nur punktuell behandelt; die Studie zeigt, wie subtil und allgegenwärtig das Problem wirklich ist. Wenn also sogar die schützend gemeinten Gesetze Schwächen offenbaren, braucht es viel mehr Ehrlichkeit im Umgang damit und endlich konkrete politische Schritte. Weitere Recherche: Die „Süddeutsche Zeitung“ beleuchtet, wie die Studie auch intern bei der Polizei für Kontroversen sorgt und kritisiert die schleppende Umsetzung existierender Empfehlungen (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Die „Zeit“ berichtet von spezifischen Beispielen individueller Diskriminierung und dem schwierigen Zugang für Betroffene zu Beratung und Beschwerdemechanismen (Quelle: Die Zeit). Die „FAZ“ stellt heraus, wie die Debatte um die Studie erneuten Anstoß für Gesetzesreformen bietet – aber zugleich auf Widerstände und politische Lager trifft, teils mit bemerkenswerten Argumentationsmustern (Quelle: FAZ).