Warken setzt sich für Legalisierung der Eizellenspende im Bundestag ein

Nina Warken (CDU), Bundesgesundheitsministerin, plant einen parlamentarischen Vorstoß, damit künftig auch in Deutschland die Eizellenspende ermöglicht werden könnte. "Viele Kinderwunschpaare reisen derzeit ins Ausland", so Warken gegenüber dem Tagesspiegel.

heute 07:26 Uhr | 2 mal gelesen

Es gibt immer mehr Paare, die sich verzweifelt ein Kind wünschen und dafür sogar den beschwerlichen Weg ins Ausland in Kauf nehmen, weil Eizellspenden in Deutschland nach wie vor strikt untersagt sind. Nina Warken will das ändern – aber nicht uneingeschränkt. Sie sagt: "Wir müssen helfen, aber bitte mit festem Rahmen und limitiert, damit kein Dammbruch stattfindet." Besonders interessant finde ich ihre Idee, dass nach einer Kinderwunschbehandlung übrig gebliebene Eizellen weitergegeben werden dürften, statt zusätzliche Entnahmen zu veranlassen. Das klingt nach einer gewissenhaften Balance zwischen Fortschritt und Vorsicht. Warken will dazu nicht im Alleingang vorpreschen, sondern sucht erst einmal den Austausch mit Justizministerin Hubig (SPD) und Familienministerin Prien (CDU). Das Anliegen soll, wie es bei ethisch aufgeladenen Fragen üblich ist, dem Bundestag zur "Gewissensentscheidung" überlassen werden und nicht nach parteipolitischem Kalkül entschieden werden. Die Frauen-Union unter Warkens Führung spricht sich schon seit Längerem für die Freigabe aus, wohingegen der Koalitionsvertrag dazu schweigt. Bisher gibt es durchaus Bedenken – etwa die Sorge um die gesundheitlichen Risiken für Spenderinnen oder die Frage, ob ein Kind mit zwei biologischen Müttern rechtlich und gesellschaftlich akzeptiert ist. Es bleibt abzuwarten, wie offen der Bundestag sich tatsächlich zeigt.

Warken stößt mit dem Vorschlag, die Eizellenspende zu legalisieren, eine überfällige Debatte an, die nicht nur medizinische, sondern auch ethische und gesellschaftliche Fragen öffnet. Während ein wachsender Teil der Bevölkerung und diverse Fachverbände die strikte Regelung als rückständig kritisieren, argumentieren Gegner mit dem Schutz der Spenderinnen und der Identitätsfrage der Kinder. Im europäischen Vergleich ist Deutschland eines der wenigen Länder mit einem vollständigen Verbot; aus genau diesem Grund reisen jährlich tausende Paare nach Spanien, Tschechien oder Österreich. Neuere Stimmen aus Medizin und Ethik, zum Beispiel von der Deutschen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin, fordern ein Umdenken, um den "Fruchtband-Tourismus" endlich zu stoppen und Betroffene in Deutschland besser zu schützen.

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