Tom, der zehnjährige Protagonist aus 'Grüße vom Mars' (NDR/hr/KiKA), liebt den Kosmos und hält sich am liebsten an klare Strukturen – Veränderungen jagen ihm eher Schrecken ein. Als ausgerechnet die Sommerferien mit seinen Geschwistern auf dem Land verbracht werden sollen, ist der Aufstand quasi vorprogrammiert. Doch dank Raumfahrtträumereien und eigenem Notizbuch beginnt Tom, die neuen Herausforderungen Schritt für Schritt zu meistern. Die Vorlage stammt von Sebastian Grusnick und Thomas Möller, Regie führte Sarah Winkenstette. Die Produktion fängt Toms Wahrnehmung als Kind im Autismus-Spektrum ungewöhnlich sensibel, manchmal geradezu spürbar ein – ein Urteil, das auch die Jury teilt.
Und dann ist da noch 'Lenas Hof' (ZDF): Mitten im Wald lebt Lena mit einer bunten Truppe von tierischen Gefährten – mal laut, mal leise, aber immer mit Ecken, Kanten und jeder Menge Herz. Die Animationsserie, entwickelt von Elena Walf, hält sich mit knalligen Farben oder Geräuschgewitter wohltuend zurück. Stattdessen stehen stille Töne, feine Nuancen und das Miteinander im Mittelpunkt. Genau dafür gab es den Publikumspreis der Marler Gruppe, die die Wirkung der einfachen, fast meditativen Erzählweise besonders hervorhob.
Der Grimme-Preis, vergeben vom seit 1964 aktiven Grimme-Institut, gilt als Maßstab für Qualität und Substanz im deutschen Fernsehen – die Auszeichnungen für KiKA zeigen, wie wichtig durchdachte Angebote für Kinder und Jugendliche eigentlich sind. Wer neugierig ist: Beide prämierten Formate sind natürlich online und in der KiKA-App zu finden.
Mit 'Grüße vom Mars' und 'Lenas Hof' sichern sich gleich zwei Formate des KiKA-Universums die begehrten Grimme-Preise 2026. 'Grüße vom Mars' überzeugt durch seine einfühlsame Darstellung eines autistischen Jungen und gibt selten gezeigte Einblicke in dessen Wahrnehmung – ein Thema, das noch immer wenig Raum im Kinderfernsehen bekommt. 'Lenas Hof' begegnet dem Werte-Vermitteln für die Kleinsten mit einer wohltuenden Mischung aus Reduktion und Charme, was nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen Anklang findet. Ergänzend dazu lässt sich im aktuellen Medienspiegel beobachten, dass die Debatte um kindgerechte, inklusive und entschleunigte Formate weiterhin an Fahrt aufnimmt. Verschiedene Medien thematisieren steigende Anforderungen an Kinderformate: Dazu gehören der Schutz vor Reizüberflutung, Vielfalt in den Erzählungen und der Mut, komplexe Realitäten abzubilden. Zuletzt wurde in mehreren Beiträgen (u.a. auf taz, Der Spiegel, FAZ) die Bedeutung von Diversität, Empathie und geringer Reizüberflutung in modernen Kindersendungen betont – nicht selten mit Verweis auf die nun ausgezeichneten Produktionen.