Bamf entzieht mehr Syrern Schutz – Trendwende nach Bürgerkrieg?

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) spricht zunehmend Syrern den Schutzstatus ab – und setzt offenbar auf mehr Rückkehrer.

02.07.26 13:02 Uhr | 1 mal gelesen

Es ist schon merkwürdig: Kaum ist der Bürgerkrieg in Syrien offiziell für beendet erklärt, holt das Bamf den Rotstift raus. Lange war es fast Routine, dass Syrer ihren einmal gewährten Schutzstatus behielten – doch jetzt kippt die Stimmung. Im laufenden Jahr setzt sich ein Wandel ab: Während die Prüfquote stabil bleibt, schnellen die Widerrufe nach oben. 2025 lag die Aberkennungsrate noch unter 4 Prozent, dieses Jahr sind es schon 17 Prozent – der Mai brachte sogar einen Rekord von gut 30 Prozent, laut Zahlen aus dem Umfeld des Bamf. Die Intensivierung der Überprüfungen zielt anscheinend bislang vor allem auf Personen ab, bei denen Straftaten vorliegen: Da fällt der Widerruf juristisch leichter. Macht das im Gesamtbild überhaupt einen Unterschied, wenn immer noch über eine halbe Million Syrer einen Schutzstatus innehaben? Nein, sagen Experten – zumindest kurzfristig. Auch so setzen die Behörden auf ein anderes Pferd: Mehr freiwillige Rückkehr. Die Förderzahlen bewegen sich zwar auf eher niedrigem Niveau, aber: 2025 waren es 3.681 Rückkehrer, im laufenden Jahr schon 2.325 bis Ende Mai, davon mehr als ein Viertel im Wonnemonat allein. Das Bundesinnenministerium findet das trotzdem zu knapp bemessen. Innenminister Dobrindt will nun offenbar – so sickert es zur Innenministerkonferenz durch – die Prämie für Ausreisewillige aufstocken. Bisher gab’s bis zu 1.000 Euro pro Kopf, künftig vielleicht mehr. Details? Die stehen noch in den Sternen.

Das Bamf dreht den Spieß langsam um: Nach dem offiziellen Ende des Syrienkriegs prüft es Schutzstatus und entzieht zunehmend Syrern den Bleiberechtstitel, wobei vor allem Straftäter im Fokus stehen. Während die absolute Zahl der Aberkennungen im Vergleich zu den Gesamtzahlen gering bleibt, steigt parallel die Zahl derer, die freiwillig nach Syrien zurückkehren – gefördert durch staatliche Prämienprogramme. Laut Recherchen und aktuellen Medienberichten gibt es Diskussionen über die Anhebung dieser Prämien und politische Debatten darum, wie weit Deutschland dabei gehen will, insbesondere vor dem Hintergrund bleibender Risiken in Syrien und der Kritik von Menschenrechtsorganisationen an Rückführungen.

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