Die aktuelle Entwicklung im Bauhauptgewerbe überrascht: Wer hätte zu Beginn des Jahres vermutet, dass die Auftragseingänge im Spätherbst derart anziehen würden? Zwischen September und November 2025 legten die Zahlen – angepasst um saisonale und kalendarische Effekte – um 3,8 Prozent im Vergleich zur vorherigen Dreimonatsperiode zu. Dabei zeigte sich der Hochbau mit einem Plus von 5,1 Prozent besonders dynamisch, während der Tiefbau immerhin um 2,6 Prozent zulegen konnte. Blickt man zurück auf den November 2024, liegt der aktuelle Auftragseingang inflationsbereinigt 4,1 Prozent höher – allerdings mit auffälligen Unterschieden zwischen Hoch- (+9,5 Prozent) und Tiefbau (-0,4 Prozent). Und nominal, also ohne Preisverzerrungen, kletterte der Auftragseingang sogar um beachtliche 5,9 Prozent.
Auch auf der Umsatzseite gibt es Anlass für Optimismus: Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg der reale Umsatz im November 2025 um 4,3 Prozent an, während nominal ein Plus von 6,8 Prozent auf satte 12,3 Milliarden Euro erzielt wurde. Zwischen Januar und November 2025 lag das Umsatzplus real bei 2,1 Prozent, nominal bei 4,6 Prozent – solide Werte angesichts der jüngsten Unwägbarkeiten in der Baubranche. Bemerkenswert: Die Beschäftigtenzahl zog ebenfalls leicht an, und zwar um 1,3 Prozent verglichen mit November 2024. Fast schon ein Hoffnungsschimmer für eine Branche, von der man in letzter Zeit oft nur von Engpässen und Kostenexplosionen gehört hat.
Im November 2025 verzeichnete das Bauhauptgewerbe in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes eine deutliche Zunahme beim preisbereinigten Auftragseingang, hauptsächlich getrieben durch den Hochbau. Die insgesamt bessere Auftragslage spiegelt sich auch in steigenden Umsätzen sowohl real als auch nominal wider, ebenso wie in einem leichten Anstieg der Beschäftigungszahlen – Indikatoren, die auf eine vorübergehende Erholung oder zumindest Stabilisierung der Branche hindeuten. Interessant ist dabei, dass der Tiefbau zwar nominal zulegen konnte, aber im realen Vergleich zum Vorjahr leicht schwächelte; insgesamt könnten diese Zahlen auch auf das Wirken politischer Fördermaßnahmen und den schrittweisen Rückgang der Baukosten zurückzuführen sein, wie zahlreiche Branchenbeobachter in den vergangenen Tagen berichten.