Manchmal klingt eine Veränderung klein, und doch hat sie es in sich: Im vierten Quartal 2025 waren laut den Schätzungen von Destatis rund 46,1 Millionen Menschen in Deutschland berufstätig – immerhin nicht wenig, aber eben 25.000 weniger Saisonbereinigte als noch im Quartal davor. Ganz ehrlich: Hätte man auf die Nachwirkungen der Corona-Krise getippt, dann hätte man sich ein solches Plateau vor ein paar Jahren kaum träumen lassen. Aber jetzt zeigt sich, die Aufholjagd ist längst geskizzt und die Kurve wird flacher: Schon im letzten Quartal 2024 lag das Plus bei Beschäftigten minimal, jetzt ist daraus ein Minus geworden.
Bemerkenswert: Ohne die saisonale Brille betrachtet, sieht das Bild sogar positiv aus – verglichen mit Sommer und Frühherbst sind sogar 132.000 neue Erwerbstätige dazugekommen. Allerdings: Das ist weit unter dem gewohnten Plus, das die Jahre zuvor boten. Offenbar ist so ein kleines Plus im Winterhalbjahr die neue Norm…? Während die Dienstleistungen (mit Fokus auf Sozial- und Gesundheitsberufe, die weiterhin wachsen wie Unkraut im warmen Sommer) moderat zulegen, verlieren Handel, Unternehmen im Vermittlungssektor, Produzierende Gewerbe und Bau an Boden.
Besonders das produzierende Gewerbe kommt ordentlich ins Straucheln – hier schmolz die Kopfzahl um 160.000. Die Dienstleistungsbereiche dagegen bleiben auf der Sonnenseite: Sozialwesen, Bildung sowie Gesundheit ziehen weiter an. Andererseits, im Bereich Unternehmensdienstleister und Handel, Verkehr und Gastgewerbe dürfte man sich Gedanken machen – dort gaben die Beschäftigtenzahlen spürbar nach, und das nicht nur aus saisonalen Gründen. Ein klein wenig tröstlich vielleicht: Die durchschnittliche Arbeitszeit pro Person stieg sogar um 0,7 Prozent auf 336,4 Stunden. Bedeutet unterm Strich: In Summe wurde sogar mehr gearbeitet, obwohl es weniger Beschäftigte waren.
Und ja: Die Zahl der Sozialversicherungspflichtigen hat ihren Wachstumskurs unterbrochen, während geringfügige Beschäftigungen und Selbstständige ebenfalls rückläufig sind. So pendelt sich die Beschäftigtenzahl auf 42,5 Millionen Lohnabhängige und 3,7 Millionen Selbstständige ein – beides mit kleinen, aber doch spürbaren Einbußen.
Im Winterquartal 2025 zeigt sich am Arbeitsmarkt ein Wendepunkt: Die jahrelange Tendenz nach oben hat einen leichten Knick bekommen, besonders geprägt durch Verluste im produzierenden Sektor und beim Bau. Allerdings setzen Dienstleistungsbereiche mit Bildung, Gesundheit und öffentlichem Dienst ihren Expansionskurs fort. Die Arbeitsstunden pro Kopf steigen sogar – was darauf hindeutet, dass Beschäftigte unter steigendem Druck mehr leisten müssen, während Selbstständige und geringfügig Beschäftigte weiter an Boden verlieren. Neueste Berichte der 'FAZ' zeichnen ein ähnliches Bild und warnen davor, dass die wirtschaftliche Unsicherheit und die anhaltende Rezession gerade im industriellen Kern für immer neue Herausforderungen sorgen (Quelle: FAZ). Eine Analyse bei 'Spiegel Online' hebt zudem hervor, dass Unsicherheiten im Außenhandel sowie der sich verschärfende Fachkräftemangel den Aufschwung im Dienstleistungssektor trotz leichter Zugewinne einschränken (Quelle: Spiegel). Abschließend liefert 'Zeit Online' einen aktuellen Überblick über die Auswirkungen auf junge Arbeitnehmende, die besonders von Befristungen und unsicheren Perspektiven betroffen sind (Quelle: Zeit).