BGH: Klimaklagen gegen deutsche Autoriesen abgelehnt

Die Deutsche Umwelthilfe hat vor Deutschlands höchstem Zivilgericht mit ihren Klagen gegen BMW und Mercedes-Benz zur Klimapolitik eine Niederlage erlitten.

heute 12:27 Uhr | 3 mal gelesen

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am Montag die von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) eingelegten Revisionen gegen frühere Urteile im Streit um strengere Klimavorgaben für die Autobauer BMW und Mercedes-Benz abschlägig beschieden. Konkret wollten die Kläger erreichen, dass die Konzerne ab 2030 keine neuen Verbrenner-Pkw mehr verkaufen dürfen – auch nicht unter bestimmten Bedingungen. Doch das Gericht in Karlsruhe urteilte, dass Privatpersonen nicht das Recht hätten, Unternehmen zu einem schnelleren Ausstieg aus der Produktion fossiler Fahrzeuge zu zwingen: Die Autohersteller erfüllten bereits alle gesetzlichen Anforderungen zum Klimaschutz. Mehr könne dort nicht verlangt werden. Stattdessen sahen die Richter die Verantwortung klar bei der Politik: Wenn strengere Vorgaben gegen Treibhausgase gewollt seien, müsse der Gesetzgeber sie beschließen – nicht die Gerichte.

Der BGH hat final entschieden: Bürger können von Autoherstellern keinen vorgezogenen Verzicht auf Verbrennungsmotoren einklagen – selbst, wenn sie sich auf ihr Persönlichkeitsrecht samt Schutz ihres Lebensraums stützen. Die Deutsche Umwelthilfe hatte argumentiert, BMW und Mercedes-Benz schadeten den Klimazielen und beeinflussten persönliche Rechte, doch die Richter sehen die Pflicht zur Schaffung wirksamer Klimaschutzvorgaben eindeutig beim Gesetzgeber. Interessant daran ist, dass das Urteil zwar auf klare Gesetzeslage verweist, aber auch ein gewisses politisches Vakuum sichtbar macht: Die Unternehmen befolgen zwar aktuell geltendes Recht, allerdings gibt es inzwischen zahlreiche gesellschaftliche Akteure, die ambitioniertere Vorgaben für nötig halten. In letzter Zeit mehren sich in Deutschland gerichtliche Klimaklagen – so zum Beispiel neue Fälle gegen VW sowie Klägerinitiativen, die einen ähnlich weiten Klimaschutzanspruch einfordern. Das Thema bleibt also heiß, während die Diskussion um staatliche und industrielle Verantwortung weiter wabert.

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