„Ich glaube, wir bringen das wieder in die richtige Bahn“, so äußerte sich Ortberg gegenüber der ‚Frankfurter Allgemeinen Zeitung‘. Die Neuaufträge für 2025 hätten Mut gemacht, aber für ihn sei entscheidend, das Produktionsniveau schrittweise und nachhaltig zu erhöhen. Es gehe laut Ortberg weniger darum, den Konkurrenten Airbus um jeden Preis zu übertrumpfen, sondern vielmehr um die Konzentration auf die eigenen Stärken und interne Stabilität. Die geplante Steigerung der 737-Max-Produktion – im Idealfall auf 52 Maschinen monatlich – ließe sich vielleicht zum Jahresende realisieren, aber wichtiger seien für ihn Verlässlichkeit und ein durchgängig hoher Qualitätsanspruch. Auch bei der Großraumflugzeug-Serie 777X ist Tempo gefragt: Die Zertifizierung steht noch aus, aber Boeing gibt sich zuversichtlich, dass sie rasch nach der 737 Max 7 erfolgen kann, damit schon im nächsten Jahr erste Maschinen bei den Kunden landen – etwa bei der Lufthansa. Was neue Modelle betrifft, tritt Ortberg jedoch auf die Bremse: Vor „ganz neuen Jets“ müsse zum einen die Finanzlage stimmen, zum anderen seien Airlines noch glücklich mit den bewährten Typen. Mit mehr als 6.000 offenen Bestellungen sehe man ohnehin erstmal für Jahre genug zu tun, und auch die Technik für ganz neue Konzepte sei noch nicht marktreif. Die Branche, so Ortberg, wartet auf den nächsten Innovationsschub – aber noch nicht jetzt.
Boeing ringt nach Jahren voller Rückschläge weiterhin um sein Comeback. Fehlende Zulassungen, Qualitätsmängel und Produktionsschwierigkeiten, insbesondere bei der 737 MAX, lasten schwer. Dennoch betont Ortberg die Verbesserung der Produktionsstandards und signalisiert Zuversicht, was laufende Zertifizierungen und die Steigerung der Auslieferungszahlen angeht. Branchenmedien berichten zudem, dass Boeing angesichts zusätzlicher Verzögerungen neue Strategien zur Risikominimierung implementiert und Personal gezielt umschichtet – maßgeblich, um die Behördenvorgaben einzuhalten. Zuletzt hat Boeing die Zusammenarbeit mit Zulieferern intensiviert und Innovationsoffensiven bei nachhaltigen Kraftstoffen angekündigt. Gespräche mit Airlines zeigen: Die Branche ist vorsichtig optimistisch, pocht aber auf Vertrauen und transparente Kommunikation.