Mittelstand fühlt sich bei Kanzleramts-Reformgipfel übergangen
Christoph Ahlhaus, Geschäftsführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), sieht für das anstehende Treffen im Kanzleramt mit Vertretern der Arbeitgeber und Gewerkschaften kaum Aussicht auf einen echten Schritt nach vorn. Er äußert Bedenken, dass altbewährte Gesprächsrunden und aus der Zeit gefallene Rezepte wenig bewegen, solange der Mittelstand erneut am Rand steht.
heute 09:26 Uhr | 4 mal gelesen
Ahlhaus bringt es scharf auf den Punkt: Wenn man am Mittelstand vorbeiplant, verschlechtert sich das Betriebsklima in der Wirtschaft – Psychologie ist eben ein unterschätzter Faktor. Über die Rente mit 63 sagt er, das Thema Rentenversicherung dürfe nicht ausgespart bleiben. Aber entscheidender sei in seinen Augen ein umfassendes und ausgewogenes Konzept, statt eine Aneinanderreihung halbgarer Einzelmaßnahmen. Durchblick schaffe nur eine Lösung, mit der viele leben könnten – ansonsten sieht Ahlhaus das Vertrauen und die Akzeptanz gefährdet. Die Verantwortung schiebt er auf den Kanzler: Sollte das Treffen im Leeren verlaufen, müsse Olaf Scholz seine Führungsrolle klar ausspielen – die Zeit für unverbindliche Gesprächsrunden sei vorbei. Ein bemerkenswert deutliches Statement.
Dem BVMW zufolge reicht ein weiteres Treffen alter Akteure nicht aus, um die Herausforderungen der deutschen Wirtschaft zu stemmen. Laut aktueller Presseberichterstattung brodelt es nicht nur beim Thema Rente, sondern auch bei Arbeitsmarktreformen. Der Ruf nach einer grundlegenden Neuausrichtung, die wirklich alle Beteiligten einschließt – inklusive des oft übersehenen Mittelstands, der mehr als 90 Prozent der Unternehmen stellt – wird immer lauter. In den großen Medien werden zudem die Debatten um Bürokratieabbau, Digitalisierung und den schleppenden Fortschritt bei Energiethemen diskutiert. Viele Stimmen fordern generell ein pragmatischeres und modernes Verständnis wirtschaftlicher Zusammenarbeit. Besonders im Fokus: das Vertrauen in die politische Führungsebene und der Wunsch nach Verlässlichkeit.