Boom der Fertiggerichte: Deutsche Produktionszahlen steigen kräftig

Deutsche Hersteller verzeichnen einen starken Anstieg bei der Produktion von Fertiggerichten – davon profitieren besonders Nudel- und Fleischgerichte.

heute 08:17 Uhr | 4 mal gelesen

Klingt nach Tiefkühlpizza und Mikrowellencurry: In Deutschlands Lebensmittelbetrieben läuft die Fertiggerichteproduktion geradezu auf Hochtouren. Das Statistische Bundesamt hat kürzlich Zahlen veröffentlicht, die zeigen, dass 2024 ungefähr 1,7 Millionen Tonnen dieser Gerichte hergestellt wurden – im Gesamtwert von fast sechs Milliarden Euro. Noch vor fünf Jahren war das Dutzend niedriger, sowohl bei Menge als auch bei Wert. Um gut ein Viertel stieg die produzierte Menge seit 2019, die Umsätze sogar noch stärker. Besonders beliebt scheint alles zu sein, was schnell geht und satt macht: Nudelgerichte schrauben sich mit einem Plus von über 50 Prozent nach oben. Auch bei Fleischgerichten sieht’s ähnlich aus, fast noch deutlicher im Wert. Lediglich bei Fertigfisch hat sich ein Mini-Minus eingeschlichen – offenbar kein Trendgericht momentan. Spannend übrigens: Man könnte denken, je mehr Fertiggerichte, desto weniger Zeit in der Küche? Denkste. Laut Zeitverwendungserhebung bleibt der Küchentimer über die Jahre fast unverändert – gut 41 Minuten pro Tag werkeln die Leute in Deutschland an ihren Mahlzeiten (kleine Abweichungen kaum der Rede wert). Was sich aber trotz allem kaum ändert: Wer kocht hauptsächlich? Frauen und Mädchen verbringen über eine Stunde täglich beim Kochen, Servieren und Abspülen; Männer und Jungs widmen sich dem Ganzen im Schnitt eine halbe Stunde. Immerhin – der Unterschied schrumpft leicht, aber weg ist er noch nicht. Es zeigt sich: Auch zwischen Lasagne aus dem Ofen und Gemüsepfanne aus der Tüte bleibt manche Arbeit irgendwie gleich verteilt (oder auch nicht).

Deutschland erlebt einen anhaltenden Fertiggerichte-Boom. Während die Zahlen für Nudeln und Fleischgerichte sprunghaft steigen, zeigen die Statistiken auch: Beim Fisch läuft es weniger rund. Interessanterweise bleibt der Aufwand in der Küche trotz Supermarktsortiment zum schnellen Sattwerden fast unverändert, wobei traditionelle Rollenverteilung sich nur langsam verschiebt. Recherche erweitert: Fertiggerichte werden immer beliebter, nicht nur wegen Zeitmangels, sondern auch infolge veränderter Lebensstile – etwa wegen Homeoffice, Singlehaushalten und einer veränderten Wahrnehmung von Genuss und Bequemlichkeit (Quelle: www.zeit.de). Zahlreiche Medien betonen eine zunehmende Kritik am Nährwert vieler Fertigspeisen, besonders in Bezug auf versteckte Fette, Zucker und Salz – gesundheitliche Aspekte werden gesellschaftlich häufiger diskutiert (Quelle: www.sueddeutsche.de). Hersteller reagieren zunehmend mit innovativeren, als „gesünder“ beworbenen Produkten oder veganen und vegetarischen Alternativen (Quelle: www.faz.net).

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