Noch ist die Lage in Brandenburg nicht zur Ruhe gekommen: Das überraschende Ende der rot-roten Landesregierung und die wechselnden Abgeordneten zwischen den Fraktionen sorgen weiterhin für Unsicherheit. Ministerpräsident Woidke setzt beim Versuch, ohne reguläre Neuwahlen und mit der CDU an seiner Seite eine arbeitsfähige Regierung zu bilden, auf politische Kontinuität – ein riskantes Unterfangen angesichts der knappen Verhältnisse und der Frustrierung im Parlament. Neben der Medienkritik am 'Fraktionshopping' und der außergewöhnlichen Allianz zwischen BSW und AfD schlägt auch die Hoffnung auf politische Stabilisierung durch, wobei man das Gefühl nicht los wird: Seit Tagen hängt über Potsdam ein Gewitter, dessen Ende noch nicht abzusehen ist. Recherchen zu aktuellen Debatten zeigen: Die Brandlücken der Demokratie werden weiter befeuert durch hitzige Diskussionen rund um Machtwechsel und parlamentarische Verantwortung – offenbar ein Spiegelbild gesellschaftlicher Zerrissenheit. Ein weiterer Punkt ist die Sorge um das Ansehen des Landtags; Stimmen werden lauter, die mehr Respekt für den Wählerwillen und ein Überdenken von Fraktionswechseln fordern. Auch das Zusammenspiel von gesellschaftlicher Polarisierung und Stabilitätsstreben treibt zahlreiche Kommentare an, wobei etliche Medien ein Nachjustieren der Regeln für Parteibindungen im Landtag ins Spiel bringen.