Der ein oder andere mag auf Donald Trump gesetzt haben – als transatlantische Schicksalsgemeinschaft quasi. Wüstner sieht dort allerdings wenig Grund für Optimismus: "Wer glaubt, 2029 sei eine sichere Wegmarke für eine russische Bedrohung, glaubt auch an den Weihnachtsmann." In Wahrheit, erklärt er, wächst das Risiko von Tag zu Tag – nicht zuletzt, weil Trump kaum als verlässlicher Partner gilt und Europas militärisches Standbein, sagen wir mal vorsichtig, wackelig ist. Die Folge: Die Abschreckung hat Lücken, und zwar keine kleinen.
Für Kremlchef Wladimir Putin ist das offenbar eine Einladung, das Momentum für eigene Pläne zu nutzen. "Wenn an der Nato-Ostflanke gezündelt wird – gezielt unterhalb der berüchtigten Artikel-5-Grenze – sollten bei uns alle Alarmglocken schrillen." Die Einnahmen aus dem Ölgeschäft polstern die russische Kasse, während der Ukraine die Munition ausgeht. Abschreckung? Im Moment eher eine durchlöcherte Schutzmauer.
Wüstner fordert unter anderem, dass deutsche Soldaten zumindest an bestimmten Systemen wie dem Marschflugkörper Taurus ausgebildet werden – nicht zwingend, um ihn gleich einzusetzen, aber als Signal. So könnte man Russland klarmachen: Diplomatie und Wehrhaftigkeit gehen Hand in Hand. Fast beiläufig nimmt er auch Deutschlands Wirtschaft in die Pflicht: Weniger Bürokratie, mehr Tempo, möglicherweise gar eine kriegswirtschaftliche Vorbereitung im Fall der Fälle. Osteuropäische Nachbarn, so Wüstner, hätten längst die Sirenen heulen lassen und rüsten mit Nachdruck auf. Deutschland sei jetzt an der Reihe.
Tatsächlich klingen seine Worte wie eine Mischung aus Appell und Mahnung – irgendwas zwischen Pragmatismus und Endzeitvision. Die entscheidende Frage bleibt: Hören ihm genügend Leute wirklich gut zu?
Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, André Wüstner, warnt eindringlich davor, dass durch die politische und mediale Konzentration auf den Iran militärische Lücken in der Nato-Abschreckung gegenüber Russland entstehen. Wüstner hält eine wachsende Bedrohungslage seitens Russland für real und betont, dass der Rückhalt seitens der USA – insbesondere unter möglichen künftigen Präsidenten wie Donald Trump – fraglich ist. Insbesondere Russlands Einnahmen durch den Energiesektor sowie Engpässe bei der ukrainischen Verteidigung verschärfen laut Wüstner das Risiko, gleichzeitig fordert er von der deutschen Politik und Industrie ein entschlosseneres Aufrüsten und plädiert für eine militärische wie wirtschaftliche Vorbereitung auf mögliche Konfliktszenarien.
Aktuelle Recherchen zeigen, dass die Diskussion um Deutschlands Verteidigungsfähigkeit derzeit besonders im Fokus steht: In vielen Berichten wird die unzureichende Ausstattung der Bundeswehr sowie der schleppende Ausbau der Rüstungsindustrie thematisiert. Osteuropäische Nato-Staaten erhöhen weiter ihre Verteidigungsbudgets und fordern von Deutschland mehr Engagement im gemeinsamen Schutz der Bündnisgrenzen. Auch Experten – etwa in der "Süddeutschen Zeitung" – betonen, dass Russlands hybride Angriffe derzeit nicht ausreichend unterbunden werden und dass ein klareres, schnelleres politisches und wirtschaftliches Bekenntnis zur Wehrfähigkeit der Nato dringend notwendig sei.