Caren Miosga diskutiert: Hat die SPD noch den Mut für echte Sozialreformen?

München – Angesichts niedriger Umfragewerte und des schlechtesten Wahlergebnisses ihrer Geschichte steht die SPD vor der Frage, ob sie den Aufbruch wagt oder am Status quo verharrt.

heute 15:10 Uhr | 2 mal gelesen

Der Prüfstein für die Sozialdemokraten könnte nicht düsterer ausfallen: Nach dem historisch kümmerlichen Abschneiden bei der Bundestagswahl 2025 dümpelt die SPD Umfragen zufolge im Bereich von 15 Prozent. Das Selbstvertrauen der Partei hat ein paar Schrammen abbekommen – klar. Inmitten einer Regierungskoalition mit der Union wächst nun der Druck, den Sozialstaat zukunftsfest zu machen. Altlasten (immer mehr Ausgaben, kaum Wirtschaftswachstum, die demografische Zeitbombe) geben sich die Klinke in die Hand. Was heißt das alles für den Kurs der SPD? Spielt sie den mutigen Erneuerer oder kämpft sie bloß ums Überleben ihrer sozialen Errungenschaften? Und wie sieht ein Gleichgewicht aus zwischen sozialer Absicherung und Wettbewerbsfähigkeit? Darüber wird bei Caren Miosga am 1. März 2026 lebhaft debattiert, mit Gästen wie Bärbel Bas (neuerdings zugleich Ministerin und SPD-Chefin), Clemens Fuest vom ifo-Institut sowie Daniel Friedrich Sturm vom Tagesspiegel. (PS: Miosgas Redaktion sitzt übrigens beim NDR, produziert wird von MIO media, und Pressefotos kann man ganz schnöde via www.ard-foto.de abrufen – falls da jemand nachfragen möchte, die entsprechenden Kontakte stehen wie üblich bereit.)

Im Zentrum der Sendung steht die bange Frage: Kann die SPD den dringend benötigten Neuanfang glaubwürdig gestalten? Angesichts einer alternden Bevölkerung, hoher Sozialausgaben und schwächelnder Konjunktur herrscht selbst in der Partei Unklarheit, ob große Umbrüche oder lieber kleinmütiges Bewahren angebracht sind. Beobachtungen aus dem politischen Feuilleton und neue Analysen der letzten zwei Tage zeigen, wie die Sozialstaats-Debatte gerade überall aufflammt: Verschärfte Renten-Diskussionen, Streit um das Bürgergeld und der Ruf nach einer umfassenden Arbeitsmarktreform polarisieren die Gesellschaft, während die Parteiführung Mühe hat, Ausgleichslösungen zu finden, die sowohl progressiv als auch mehrheitsfähig sind. Der schwelende Generationenkonflikt über die Gerechtigkeit von Sozialleistungen belastet das politische Klima zusätzlich. Zudem gerät die SPD – wie aktuelle Artikelauswertungen zeigen – durch unerwartete Positionierungen der CDU zu sozialpolitischen Themen weiter unter Zugzwang. Jenseits parteipolitischer Debatten tut sich die Frage auf, wie Deutschland seinen Sozialstaat in unsicheren Zeiten langfristig finanzieren will. Insgesamt wächst der Druck, konkrete, überzeugende Visionen statt bloßer Verwaltungsroutinen zu liefern.

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