CDU-Arbeitnehmer kritisiert Dauerangriffe gegen die Grünen

Dennis Radtke, der Vorsitzende des Arbeitnehmerflügels in der CDU, mahnt zur Mäßigung – und warnt vor pauschaler Feindseligkeit gegenüber den Grünen, wie sie in Teilen seiner Partei kursiert.

heute 13:56 Uhr | 5 mal gelesen

„Mit diesem ständigen Grünen-Bashing kann ich nichts anfangen“, so Dennis Radtke im Gespräch mit der Wochenzeitung „Die Zeit“. Natürlich gäbe es handfeste Unterschiede zu den Positionen der Grünen, aber daraus einen grundsätzlichen Vorwurf gegen deren Motive zu stricken, hält er für falsch. Radtke betont, er könne die politische Konkurrenz sehr wohl kritisch sehen, ohne zu unterstellen, dass die Grünen Deutschlands Interessen bewusst schade – solche Narrative seien eher im rechtspopulistischen Spektrum zu Hause: „Mit solchen Unterstellungen spielt man letztlich der AfD in die Hände.“ Der öffentlichkeitswirksame annähernde Schulterschluss gegen die Grünen, wie ihn beispielsweise Markus Söder im letzten Bundestagswahlkampf vorgeführt habe, hält Radtke für zu undifferenziert – verschiedene Standpunkte seien in einer Demokratie normal. Wichtig sei dabei, zu prüfen, ob wenigstens eine gemeinsame Richtung oder Grundbasis vorhanden sei: „Im Kern muss klar sein, wo das gemeinsame Ziel liegt – und das ist mit den Grünen durchaus möglich.“ In seiner eigenen Parlamentsarbeit habe er sowieso eine klare Abgrenzung: „Mit rechten Parteien lässt sich für mich nichts gestalten. Bevor ich mit den Rechten einen Kompromiss schließe, gebe ich lieber den Linken noch ein Zuckerl – geht einfach nicht anders.“

Dennis Radtke, ein einflussreicher Arbeitnehmervertreter innerhalb der CDU, warnt seine Partei davor, sich auf ständiges pauschales Kritisieren der Grünen einzuschießen. Er betont, dass jedoch fundamentale politische Differenzen legitim und notwendig seien, aber, gerade im aktuellen gesellschaftlichen Klima, sei es gefährlich, den politischen Gegner als Feindbild zu stilisieren – das gefährde die demokratische Debattenkultur und spiele extremen Parteien in die Hände. Radtke findet, Zusammenarbeit auf Basis geteilter Werte sei – trotz aller Differenzen – mit den Grünen eher möglich als mit rechten Parteien. Zusätzlich verweist die aktuelle Berichterstattung darauf, dass die Union angesichts der wachsenden Umfragewerte der AfD und anhaltender gesellschaftlicher Polarisierung erneut über ihre Abgrenzungsstrategien gegenüber anderen Parteien diskutiert. Aus den letzten Nachrichtenartikeln geht zudem hervor, dass der Kurs der CDU in Bezug auf die Grünen und die AfD innerhalb der Partei selbst umstritten ist; einige fordern ein pragmatischeres und konstruktiveres Vorgehen (Quelle: Zeit.de, FAZ.net). Auch wird in Medienberichten die Gefahr gesehen, dass polemische Rhetorik und Feindbilder langfristig die politische Mitte schwächen und den demokratischen Diskurs beschädigen können (Quelle: Spiegel.de).

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