Digitale Baustellen: Clevere Schnittstellen als Schlüssel im Handwerk – Ein Gespräch mit Digitalisierungsexperte Chris Möck

Schwarzenbek – Zwar stapeln sich bei vielen Handwerksbetrieben die Aufträge, doch der Administrations-Stress wächst. Digitalisierung wurde zur Hoffnungsträgerin erklärt, doch oft bringt sie nichts als zusätzliche Hürden: Dateninseln, Medienbrüche, ewige Abstimmungen. Wie clever Workflows Licht in das IT-Dickicht bringt, warum offene Schnittstellen einen echten Unterschied machen und wie Software wirklich alltagsnah wird, bespricht Digitalisierungsexperte Chris Möck aus der Praxis.

heute 14:30 Uhr | 4 mal gelesen

Der paradoxe Alltag im Handwerk: Aufträge gibt es reichlich, aber irgendwie schwindet der Zugewinn zwischen steigendem Kostendruck, Fachkräftemangel und unübersichtlicher Administration. Die IT-Landschaft vieler Betriebe? Eine wilde Mischung aus Insellösungen, alter Handwerkersoftware und ein paar externen Tools. Informationen, Termine, Fotos und Dokumente verstopfen E-Mail-Postfächer und treiben Nachfragen in die Höhe – das nervt nicht nur das Büro, sondern auch die Teams draußen. Oft denkt man, eine neue App oder Software löst das Problem. Aber zu oft bleibt’s bei der modernen Fassade, unter der weiter das Chaos regiert. Chris Möck, Digitalisierungsexperte bei clever Workflows, bringt es auf den Punkt: „Es liegt meistens nicht an der Software selbst, sondern daran, dass die Programme einfach nicht miteinander reden wollen.“ Hier setzt clever Workflows an. Statt einfach nur eine neue App einzuschrauben, denkt das Team in Prozessen – aus der Sicht des Handwerks, weil einer der Gründer (Artem Axt) einen Betrieb selbst von innen kennt. Die Idee: Die Softwarelandschaft darf nicht aus lauter Einzelkämpfern bestehen, sondern muss wie ein organisches Ganzes wirken. Zentraler Zugriff aus dem Außendienst? Unverzichtbar. Übersichtliches Terminbuch? Klar. Und Bilder, digitale Bauakten, sowie automatisierte Angebote gehören auch dabiei. Insbesondere Schnittstellen zu Großhändlern (Stichwort DataNorm oder IDS) werden zu echten Arbeitszeit-Rettern. Chris Möck: „Software ist dann sinnvoll, wenn sie den Kram im Alltag erleichtert – alles andere ist nur ein hübscher Aufsatz.“ Woran hackt’s? Oft werden neue Tools einfach dazugebaut, ohne erst zu prüfen: Welche Prozesse laufen wie zusammen? Häufig werden branchenfremde Lösungen eingekauft – die können aber nicht alles, was das Handwerk braucht. Wird Digitalisierung nicht „vom Prozess her“ gebaut, bleibt’s beim alten Lied: Jede Abteilung bastelt weiter mit eigenen Listen, Kreidetafeln & Co. – nur halt digitalisiert. Der wahre Gamechanger, so betont Möck, sind offene Schnittstellen. Sie bilden eine Brücke zwischen den technischen Inseln und machen es überflüssig, alles zweimal zu tippen oder von Hand zu übertragen. Ein gutes Schnittstellenkonzept sorgt dafür, dass die Software mitwächst und auf neue Bedürfnisse reagieren kann, ohne wieder bei Null zu starten. Dadurch spart man sich laut clever Workflows bis zu 60% Aufwand und kann teure Ressourcen – im eigenen Betrieb waren es vormals zwei Bürokräfte – einsparen. Noch spannender wird es mit Blick auf Zukunftsthemen: Künstliche Intelligenz und Automatisierung stehen schon hinter der nächsten Ecke. Sie entfachen ihre Kraft aber erst, wenn die digitalen Grundlagen stimmen. „Ohne solide Strukturen wird KI nur zum Placebo“, meint Chris Möck. Besser, Betriebe verlassen sich nicht aufs Gefühl oder den großen Namen, sondern prüfen, was die Software für den Alltag wirklich taugt. clever Workflows bietet dazu einen kostenlosen Digitalisierungs-Check an – zum Herausfinden, wie viel Potenzial in den aktuellen Abläufen wirklich steckt.

Die Digitalisierung bleibt für viele Handwerksbetriebe ein zweischneidiges Schwert: Mehr Digitalisierung kann statt Erleichterung auch neue Verwirrung bringen, wenn Systeme nicht zusammenarbeiten. Chris Möck von clever Workflows argumentiert, dass offene Schnittstellen langfristig entscheidend sind, um Insellösungen zu vermeiden und den Weg für Automatisierung und KI-fähige Prozesse zu ebnen. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass der Digitalisierungsgrad im deutschen Handwerk weiter steigt, jedoch ist der Wettbewerbsdruck enorm – Betriebe, die flexible, integrierte Lösungen frühzeitig einsetzen, punkten besonders bei Fachkräftemangel und Kundenservice. Laut jüngsten Berichten setzen immer mehr Handwerksbetriebe auf branchenspezifische Cloud-Lösungen, wobei Datenschutzbedenken und fehlendes IT-Know-how als Hürden bleiben. Die Innovationsbereitschaft wächst jedoch, unter anderem dank verschiedener Förderprogramme und staatlicher Initiativen für kleine Unternehmen. Gerade die offene Systemarchitektur ermöglicht es, Neuerungen wie digitale Dispositionspläne oder automatisierte Materialbestellungen schneller zu integrieren – ein Trend, der laut Branchenverbänden erst am Anfang steht.

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