Wenn Bonaveri seine Türen in Düsseldorf öffnet, bleibt vom klassischen Messestand nicht viel übrig. Stattdessen taucht man direkt in eine ästhetische Landschaft ein: Unter dem Motto „We Dream in Colour. We Craft.“ wird der Ausstellungsraum zum begehbaren Kunstobjekt. Verantwortlich für das Gesamtkonzept ist Emma Davidge (Chameleon Visual, London) – die Installation tänzelt zwischen Designtradition und Experiment und ist durchzogen von Bonaveris Philosophie – irgendwo zwischen italienischer Präzision, Fantasie und Disziplin. Große Grafiken würdigen die Firmengründer, während markante Podeste, Oberflächen und Figuren eine eigene visuelle Sprache sprechen. Ins Auge springt die sogenannte „Rote Hand“, das Sinnbild der neuen Décor-Linie, die als farbiges Signal durch Fensterfronten und Raum leuchtet.
Eigentlich geht’s hier aber um mehr als Schaufensterpuppen: Mit Bonaveri Décor wagt das Unternehmen den Sprung über seine Wurzeln hinaus und stellt erstmals skulpturale Deko-Objekte für Läden, Gastronomie und Kulturorte vor – zehn Stück an der Zahl, jeweils liebevoll auf Podeste gehoben. Hier nimmt Bonaveri die gestalterische Freiheit, Proportionen und Materialien auf neue Weise zu denken – fast, als würde ein Bildhauer mit Stoff malen. Bonaveri Décor erhebt Dekoration zum architektonischen Baustein.
Und als wäre das noch nicht genug: Mit Sartorial Bespoke folgt eine neue Generation handgefertigter Mannequins. Durch Moulage – das Drapieren und Anpassen von edlen Stoffen wie Seidenmoiré und Duchesse-Satin direkt am Modell – werden die Figuren selbst zu Modeobjekten mit Charakter. Die Form erscheint hier nicht mehr bloß als neutrale Präsentationsfläche, sondern erzählt selbst eine Geschichte von Kunstfertigkeit und Individualität. Das alles spiegelt sich in jedem Detail wider: Im Showroom ist tatsächlich alles aufeinander abgestimmt – Materialien, Licht, Struktur. Das Ergebnis ist weniger Messe, mehr Markenerlebnis – fast wie eine Galerie.
Seit 1953 fertigt Bonaveri Mannequins für die große Modewelt, hat für Häuser von Armani bis Dior gearbeitet und bringt Tradition, High-End-Technik sowie Nachhaltigkeit auf beeindruckende Weise zusammen. Ein Unternehmen, das zwar feste Grundlagen hat – Schläppi, Adel Rootstein oder Bonaveri Sartorial klingen wie Modehäuser für sich – aber nie aufhört, neue Facetten von Präsentation und Gestaltung zu denken.
Bonaveri nutzt die EuroShop 2026, um seine innovative Herangehensweise an visuelle Präsentation und handwerkliches Können zu zeigen. Die neue Produktlinie Bonaveri Décor bringt skulpturale Ausstellungsobjekte in den Einzelhandel und die Gastronomie. Ebenso markiert Sartorial Bespoke einen Wandel, indem Mannequins mit Couture-Stoffen direkt am Modell geformt werden. Statt Schaufensterpuppen als bloße Stilleben zu inszenieren, entwirft Bonaveri immersive Markenwelten, die Funktion und Kunst verschmelzen. Nach aktuellen Recherchen in der deutschen Presse bleibt der individuelle Erlebnischarakter von Markenpräsentationen weiterhin ein zentrales Thema im Einzelhandel. Der jüngste Fokus liegt branchenübergreifend auf immersiven Verkaufserlebnissen und der Verschmelzung von Kunst, Produkt und Raumgestaltung, unterstützt von einer Renaissance handwerklicher und nachhaltiger Produktion – Trends, die Bonaveri mit seiner Installation und den neuen Kollektionen praktisch verkörpert.