Friedrich Merz, CDU-Chef und Kanzlerkandidat, hat zum Auftakt des Parteitags in Stuttgart betont, dass die kommenden Stunden von kristallklaren Entscheidungen geprägt sein werden. Seine Worte wirkten beinahe wie ein Weckruf: Deutschland stehe an einer epochalen Weggabelung, die Welt wirbele herum, Europa ringe um Stabilität und Deutschland trage mehr Verantwortung denn je. Merz skizzierte ein breites Aufgabenpaket: Wirtschaft ankurbeln, Landesverteidigung stärken, den Sozialstaat zukunftssicher machen und die Gesellschaft irgendwie wieder auf Kurs bringen – kein geringes Programm. Vor allem die Vorstandswahlen stehen bei diesem Parteitag im Zentrum, wobei alle auf das Abstimmungsergebnis für Merz persönlich blicken. Kommt er auf unter 90 Prozent der Stimmen, könnte dies wie Donnerhall durch die Reihen gehen – und für Unruhe sorgen. Am Freitagabend beginnen dann die inhaltlichen Beratungen, beispielsweise zum neuen Leitantrag für bezahlbares Wohnen und zu heißen Debatten über Bürokratie-Stopps und Social-Media-Regeln für Jugendliche. Am Samstag folgen weitere Reden, unter anderem von Jens Spahn und Markus Söder – letzterer wohl mit gewohnt markigen Worten. Das Finale ist auf Samstagnachmittag terminiert, aber ob bis dahin wirklich alles geklärt ist? Da bin ich skeptisch.
Der CDU-Parteitag in Stuttgart markiert einen nervösen Neustart für die Partei – immerhin muss Friedrich Merz als Vorsitzender ein starkes Ergebnis erzielen, um als unangefochtener Anführer zu gelten. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit wirtschaftlichen, sicherheitspolitischen und sozialen Herausforderungen, auf die die CDU mit neuen Konzepten und einer klareren Linie reagieren will. Die programmatischen Diskussionen, so wie das Ringen um Wohnungsbau, Bürokratieabbau und die Rolle von Social Media, zeigen die angespannte Suche nach Profil in Zeiten politischer Fragmentierung – mitten in einer offenen Führungsdebatte. Nach aktueller Recherche bestätigen mehrere Leitmedien die Bedeutung des Parteitags für die Neuausrichtung im Superwahljahr, während CDU-interne Kritiker Merz zu mehr „Integrationskraft“ auffordern. Insgesamt bleibt der Ausgang am Wochenende offen, gerade auch angesichts der angespannten Lage in der Bundespolitik.