Im politischen Schlagabtausch zur Landtagswahl in Baden-Württemberg polterte einmal mehr Manuel Hagel, CDU-Spitzenkandidat, los: „Es steht die entscheidende Frage im Raum – wir oder sie.“ Seine Absage an jegliche Zusammenarbeit mit der AfD klingt schon fast wie ein Ritual: 'Das kommt für uns nie infrage, weder Kooperation noch Koalition. Selbst eine gemeinsame Abstimmung ist für mich ein Unding – das würde dem Wirtschaftsstandort schaden!' schob Hagel nach. Besonders scharf schoss er gegen das Europa- und Euro-Konzept der AfD: Wer der Linie der AfD folge, nehme nicht weniger als Verarmung und, ob man das nun gerne hört oder nicht, massenhafte Kündigungswellen in Kauf. Auch ein paar statistische Fakten gab es: Laut neuesten Umfragen für die Landtagswahl (8. März) liegt die CDU leicht vorn mit etwa 29 Prozent, gefolgt von Grünen und AfD, die sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den zweiten Platz liefern – beide zwischen 20 und 23 Prozent. Und ehrlich gesagt: Die Stimmung wirkt gereizt, fast als wäre Wahlkampf schon Alltag. Hagel bleibt optimistisch, aber ein Sack Zweifel schwingt leise mit.
Hagels Attacken auf die AfD sind eingebettet in einen bundesweit aufgeheizten Diskurs, denn die politischen Fronten verhärten sich immer mehr. Seine Kernaussage, dass eine Umsetzung der AfD-Positionen massive betriebswirtschaftliche Einschnitte und Unsicherheiten für Arbeitnehmer nach sich ziehen würde, ist nicht aus der Luft gegriffen – verschiedene Wirtschaftsverbände und Ökonomen haben in der Vergangenheit bereits vor den wirtschaftlichen Auswirkungen eines EU- oder Euro-Ausstiegs Deutschlands gewarnt. Gleichzeitig verschärfen viele Bundestagsparteien aktuell ihre Rhetorik gegenüber der AfD, auch weil deren Umfragewerte konstant hoch bleiben und regelmäßig Proteste gegen Rechtsextremismus durchs Land ziehen. – Was auffällt: Die Debatte um Koalitionen und Abstimmungsverhalten zieht sich durch alle politischen Ebenen, von Bundes- bis Kommunalpolitik.