Wo Forschung und Technik sich die Hand geben
Bisher ist der Umgang mit Patientendaten in deutschen Kliniken ein ziemliches Flickwerk aus verschiedenen Systemen und Datenbanken – ein Umstand, den die neue Schwarz Charité Health Data GmbH ändern will. Mit der Plattform HIVEPRO will das Joint Venture die Verarbeitung und Nutzung von Gesundheitsdaten vereinheitlichen. Kliniken sollen ihre Daten auf dieser Platform speichern und nutzen können, unabhängig davon, welches System sie vorher genutzt haben – und das alles unter voller Wahrung ihrer Kontrolle über die Daten. Das Ziel klingt ambitioniert: Mehr Durchblick für Ärzte, bessere Forschungschancen und am Ende gesündere Patientinnen und Patienten.
„Wir bauen auf gegenseitiges Vertrauen und darauf, dass Digitalisierung nicht im Alleingang gelingt“, meint Arne Kaufmann, einer der beiden Geschäftsführer des neuen Gemeinschaftsunternehmens. Er sieht den entscheidenden Wert darin, aus bislang unzusammenhängenden Daten echte Vorteile für die medizinische Versorgung zu machen – für alle Betroffenen spürbar.
Das Bündnis knüpft dabei an bereits bewährte Projekte und Softwarelösungen an. Die Charité bringt ihre medizinische Vorreiterrolle und Erfahrung als eines der größten Uniklinika Europas ein; Schwarz Digits sorgt für die technische Raffinesse und die Weiterentwicklung der Plattform.
Starke Technologie für strenge Datenschutzstandards
Die Plattform HIVEPRO wird ausschließlich auf der STACKIT-Cloud-Technologie betrieben. Das bedeutet: Die Daten verlassen Deutschland nicht und alles läuft nach dem anspruchsvollen europäischen Datenschutz.
„Damit das alles funktioniert, muss die Technik leistungsfähig und flexibel sein“, beschreibt Stefan Becker, ebenfalls Geschäftsführer, die Herausforderung. „Wir schaffen eine Art offenen Datenraum, der auf Standards setzt, so dass Ärzte, Forschende und Patienten gleichermaßen profitieren.“ Als starkes Fundament dient die Erfahrung aus dem HiGHmed-Konsortium, das seit mehreren Jahren Datenlogistik und Austausch im Gesundheitswesen erprobt.
Wer sitzt eigentlich am Steuer?
Die Charité und Schwarz Digits teilen sich die Verantwortung: 75 Prozent gehören Schwarz Digits, die restlichen 25 Prozent liegen bei der Charité. Beide Seiten sollen gewährleisten, dass Hightech und medizinische Exzellenz nicht aneinander vorbeilaufen. So wollen sie schneller auf neue Gesetze oder frische Forschungsergebnisse reagieren können und die Plattform stetig weiterentwickeln.
Die geplante Schwarz Charité Health Data GmbH bringt zwei Schwergewichte zusammen, um medizinische Daten unter Einhaltung europäischer Datenschutzvorgaben intelligent zu vernetzen. Die Plattform HIVEPRO setzt auf bewährte technologische wie medizinische Ansätze, basierend auf den bisherigen Erfahrungen etwa aus dem HiGHmed-Konsortium, und will damit sowohl Ärzten als auch Forschenden einen sichereren und effektiveren Umgang mit Patientendaten ermöglichen. Neueste Entwicklungen zeigen, dass digitales Gesundheitsdatenmanagement nicht nur für bessere Versorgung sorgt, sondern auch für eine schnellere Entwicklung von Medikamenten und individuelleren Therapien sorgt. Darüber hinaus werden in aktuellen Berichten kritische Fragen an Datenschutz und Zugriffsrechte gestellt, etwa in Bezug auf die Digitale Patientenakte, wie zuletzt auf taz.de und faz.net zu lesen war. Auch wurde betont, dass eine solche digitale Infrastruktur zunehmend unerlässlich für die Bewältigung künftiger Pandemien oder für die Nutzung von KI-gestützten Diagnoseverfahren ist.