Ganze 15 Jahre schon lenkt Simone Friedel ihre Kamera durchs Leben anderer – doch selten dürfte ein Projekt so schillernd ausgefallen sein wie die Doku über Walter Temmer. Mit spürbarer Neugier fängt Friedel in „MoneyMaker“ die Widersprüche und glänzenden Oberflächen des österreichischen Unternehmers ein. Man sieht Temmer zwischen Jet-Set-Luxus und Markensonnenbrillen, doch vereinzelt auch in nachdenklichen Momenten. Die Jury war begeistert: 'Temmers Glanz spiegelt sich in den Bildern, herausragendes Entertainment', so das Urteil. Friedel selbst – hörbar erleichtert – sagt: 'Viele Stunden habe ich diese Welt der Superreichen begleitet. Dass gerade solche leisen Beobachtungen nun belohnt werden, freut mich enorm.' Sie betont, dass neben den Autoren auch Tontechnik, Schnitt und das exzellente Color Grading ihren Teil beigetragen haben. Die preisgekrönte Kamerafrau arbeitet seit mehr als einer Dekade im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, etwa für Dokus wie „Bowlingtreff“ oder „Robin Hood Gardens“. Nebenbei gestaltet sie auch Lichtkonzepte für den Kulturbereich. MDR-Redaktionsleiter Achim Schöbel hebt ebenfalls die Teamarbeit heraus: Die Zusammenarbeit von Kamera und Schnitt habe, so sagt er, die Qualität der Redaktion strategisch weiterentwickelt. Dass der Cutter Michael Wolf ebenso nominiert war, unterstreicht das. Im Zentrum des Films steht Walter Temmer, mittlerweile als Domain-König und Multiunternehmer berüchtigt und berühmt. Seit seinem 20. Lebensjahr ist er im Online-Business, mit Preisen wie wohnung.de und musik.de hat er ein Vermögen gemacht – nicht ohne pathosgeladene Selbstinszenierung. Der Film ist in der ARD Mediathek zu sehen. Der Deutsche Kamerapreis zeichnet seit 1982 Bildgestaltung und Schnitt aus – 36 Jahre angewachsene Reputation. Für die aktuelle Ausgabe wurden 35 Filmschaffende aus 414 Einsendungen nominiert. Die Gala wird am 14. Mai abends im WDR übertragen, Fotos gibt es online.
Der MDR-Film „MoneyMaker: Walter Temmer – Vom schlechten Schüler zum Selfmade-Millionär“ wurde mit einem der renommiertesten Preise für Kameraleute im deutschsprachigen Raum, dem Deutschen Kamerapreis, ausgezeichnet. Die Jury würdigte besonders die innovative und stimmungsstarke Bildgestaltung, durch die Temmers Lebensstil zwischen Luxus, Geschäftssinn und Widersprüchen sichtbar wird. Die Ehrung markiert nicht nur einen persönlichen Erfolg für die erfahrene Kamerafrau Simone Friedel, sondern steht auch für den hohen handwerklichen Anspruch und die strategische Entwicklung der MDR-Redaktion. Der Film beleuchtet, wie Temmer mit Domainhandel reich wurde; sein Werdegang illustriert, wie digitale Geschäftsmodelle auf dem deutschsprachigen Markt zu Wohlstand führen können. In jüngsten Medienberichten wird die wachsende Bedeutung visueller Erzählweisen in Wirtschaftsdokumentationen hervorgehoben. Außerdem zeigt sich, dass Repräsentationen von Selfmade-Millionären im Fernsehen zunehmend kritisch hinterfragt werden, besonders im Kontrast zwischen öffentlicher Inszenierung und privater Realität. Auch in vergleichbaren Produktionen anderer Sender dominiert aktuell das Interesse an ungewöhnlichen Lebenswegen und der Frage, was Erfolg – jenseits von Glamour – eigentlich ausmacht.