Comeback in Eigenironie: Rügenwalder Mühle inszeniert Werbekult neu

Bad Zwischenahn – "ALLE!" – Ein einziger Ruf aus den 90ern, längst deutscher Werbestandardschatz, steht plötzlich wieder im Rampenlicht. Fast drei Jahrzehnte nach dem ersten TV-Auftritt kehrt der einst so verwegene Reiter-Spot der Rügenwalder Mühle zurück – frisch aufgelegt, mit einem modernen Augenzwinkern und popkulturellen Querverweisen.

08.01.26 08:16 Uhr | 8 mal gelesen

Mit Elektro-Schwalbe im Sattel statt Pferd, hipper Kiosk statt angestaubter Fleischerei und einem multifacettierten Ensemble – von Großstadt-Western-Charme à la Wilson Gonzalez Ochsenknecht bis hin zu Rapperin Nura als toughe Verkäuferin – setzt die Rügenwalder Mühle zum Jahresstart ein Statement. Dabei geht es weniger um die bewährte Produktpräsentation. Vielmehr dominieren eine leichthändige Selbstironie, ungewöhnliche Besetzung und eine Story, die Social Media-Nutzer wachrütteln soll. Content Creators wie Carlo Sommer, Ben Bernschneider und Gio1Neun lassen Grenze zwischen Werbung, Instagram-Story und Kurzfilm verschwimmen. Was die Sache wirklich interessant macht: Im Netz kursierte der Oldschool-Spot ohnehin in Endlosschleife durch TikTok, YouTube & Co. – und zwar generationsübergreifend. Aus dem eigentlichen Werbe-Jingle wurde ein Meme, längst verschwimmen die Konturen zwischen Nostalgie und Eigensatire. Der Zeitpunkt des Releases – mitten im Veganuary, ideal für alle, die zum Neujahr fleischlos experimentieren – ist dabei alles andere als Zufall. Jenseits klassischer Fernsehpräsenz spielt die Marke diesmal auf TikTok & Instagram, nutzt das Internet als große Bühne, um vor allem die jüngeren Jahrgänge abzugreifen. Ein schöner Bruch: Während die Mühle früher für Tradition stand, tanzt sie nun mit den Trends der Zeit. Und irgendwie steckt da auch eine kleine Liebeserklärung ans kollektive Feierabend-Gefühl – die neue „Feierabend“-Kampagne bringt dazu Merchandise ins Spiel, das direkt aus dem Reiter-Spot stammt. Ob das in 30 Jahren wieder Kult ist? Wer weiß… aber der Mut zur Selbstironie ist spürbar.

Der legendäre Reiter-Spot der Rügenwalder Mühle, der erstmals 1996 die Fernsehlandschaft durchbrach, erlebt 30 Jahre später eine ironisch überhöhte Neuauflage. Die Kampagne greift den Zeitgeist auf – mit popkulturellem Humor, Influencern und geschicktem Social-First-Ansatz, der gezielt die Trendwelle rund um Nostalgie und Veganuary reitet. Typisch für die neue Werberunde: ein bewusstes Spiel mit den Erwartungen, diverse Casts und ein starker Community-Fokus, der von der Markenführung gezielt forciert wird. Weitere Details nach Internet-Recherche: Die Rügenwalder Mühle steht bereits seit einigen Jahren für den strukturierten Wandel weg von reinen Fleischprodukten hin zu vegan-vegetarischer Innovation. Gerade beim Spot-Remake in diesem Januar nutzt das Unternehmen die wachsende Retro-Welle strategisch und adressiert sowohl altes Publikum als auch Social-Media-affine Zielgruppen. Die Resonanz auf das Comeback ist bislang überwiegend positiv und zeigt, dass sich Nostalgie, Ironie und moderne Markenführung zu einer stimmigen Einheit verbinden lassen.

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