Eigentlich, so Hoffmann, fängt der Spitzensteuersatz mit einem zu niedrigen Einkommen an – nämlich bereits ab 69.000 Euro. Wenn man mal darüber nachdenkt, wie die Gehälter in den vergangenen Jahren gestiegen sind, wirkt diese Grenze fast ein wenig aus der Zeit gefallen. "Ich finde, wir sollten uns ehrlich fragen, ob das noch passt. Eine konkrete Zahl? Da halte ich mich lieber zurück, aber irgendwas um die 80.000 bis 100.000 Euro wäre vielleicht realistischer", meint er. Außerdem unterscheidet Hoffmann zwischen Spitzensteuer und dem noch höheren Reichensteuersatz, der jetzt ab 274.000 Euro Jahresverdienst greift. Interessant ist: Viele, die davon betroffen sind, hätten angeblich kein Problem damit, wenn ihr Geld in zukunftsfähige Reformen investiert würde. Grundsätzlich appelliert Hoffmann jedoch, das Thema nicht auf einen plumpen Verteilungskonflikt herunterzubrechen. "Leistung muss weiterhin belohnt werden", betont er und verweist darauf, dass Deutschland laut OSZE-Studien in puncto Steuerprogression und Umverteilung schon ziemlich weit vorne sei. Aber – und das klingt fast wie ein Seitenhieb – irgendwo müsse das Gleichgewicht zwischen Steuergerechtigkeit und Motivation zum Arbeiten gewahrt bleiben.
Die Diskussion um eine Neugestaltung des Spitzensteuersatzes hat in Deutschland in letzter Zeit Fahrt aufgenommen. Alexander Hoffmann von der CSU bekräftigt die Forderung, die Schwelle für die Spitzenbesteuerung deutlich an die heutige Einkommensrealität anzupassen, da viele Fachkräfte und gut verdienende Mittelständler bereits unter die aktuelle Regelung fallen. Neuere Stimmen in der politischen Debatte mahnen allerdings auch, dass eine Anhebung der Schwelle zwar Entlastung bringt, aber auch zur Folge haben könnte, dass dem Staat wichtige Steuereinnahmen verloren gehen – ein Dilemma, das vor allem in Hinblick auf die angespannte Haushaltslage und steigende Ausgaben für Transformation besonders heikel ist.
Ergänzend: Laut Medienberichten von heute sind jedoch sowohl FDP als auch zahlreiche Wirtschaftsverbände skeptisch gegenüber pauschalen Entlastungen für Besserverdienende, während es aus den Reihen der SPD und Grünen eher Forderungen gibt, verschiedene Freibeträge für niedrige und mittlere Einkommen stärker zu erhöhen und Vermögende zusätzlich zu belasten.