Debatte um deutsches Konsulat in Grönland: Linke fordert neuen Ansatz

Jan van Aken von der Linken plädiert leidenschaftlich für ein deutsches Konsulat auf Grönland – und kritisiert die militärische Orientierung der Bundesregierung scharf.

heute 14:25 Uhr | 1 mal gelesen

Ganz ehrlich: Anstatt eine Handvoll Soldaten ins kalte Grönland zu entsenden, warum nicht einfach diplomatische Beziehungen ausbauen? Linken-Politiker Jan van Aken findet, die Unterstützung sollte deutlich stärker auf zivilen Maßnahmen beruhen. Frankreich macht es schließlich vor – ein Konsulat auf Grönland wäre der bessere Weg. Kulturdialog, Wirtschaftsbeziehungen, direkte Ansprechbarkeit vor Ort. All das ließe sich ohne martialisches Auftreten viel überzeugender und nachhaltiger realisieren, argumentiert van Aken im Interview mit dem 'Spiegel'. 'Es geht nicht darum, Präsenz durch Militär zu zeigen. Solidarität, ja, aber nicht mit Uniformen!', sagt er sinngemäß. Zwar lobt er, dass Berlin sich überhaupt kümmert – aber warum ist der erste Gedanke immer das Militär? Der Ansatz der Ampel-Regierung wirke dadurch so, als reduziere sie Grönland auf ein sicherheitspolitisches Schachbrett. Gerade jetzt braucht es, so van Aken, echte Partnerschaft – zivil, nicht mit Gewehr und Helm.

Die Linke fordert, die deutsche Präsenz auf Grönland solle nicht durch Militärpersonal, sondern durch ein Konsulat verdeutlicht werden. Jan van Aken betont, dass zivile Wege, wie sie etwa Frankreich eingeschlagen hat, kulturelle Verbindung und wirtschaftliche Zusammenarbeit fördern, ohne geopolitische Spannungen anzuheizen. Im Hintergrund dieser Debatte stehen die steigende sicherheitspolitische Relevanz des arktischen Raumes und Grönlands zunehmende Autonomiebestrebungen, die von Klimawandel, Rohstoffinteressen und geopolitischen Manövern der Großmächte begleitet werden. Laut Recherchen von taz und Spiegel diskutiert die Bundesregierung unter Druck des NATO-Bündnisses eine verstärkte militärische Präsenz, doch sorgt dies gerade bei linken und grönländischen Stimmen für Skepsis und Ablehnung. Hintergrund ist auch, dass Grönland zuletzt ehrgeizigere Pläne für größere Eigenständigkeit verfolgt und mit einer vielseitigen internationalen Präsenz – China, USA, Dänemark – jongliert. Ein deutsches Konsulat könnte in diesem Spannungsfeld einen wichtigen zivilen Impuls setzen und Deutschlands Rolle in der Arktis neu definieren.

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