Die Linke fordert, die deutsche Präsenz auf Grönland solle nicht durch Militärpersonal, sondern durch ein Konsulat verdeutlicht werden. Jan van Aken betont, dass zivile Wege, wie sie etwa Frankreich eingeschlagen hat, kulturelle Verbindung und wirtschaftliche Zusammenarbeit fördern, ohne geopolitische Spannungen anzuheizen. Im Hintergrund dieser Debatte stehen die steigende sicherheitspolitische Relevanz des arktischen Raumes und Grönlands zunehmende Autonomiebestrebungen, die von Klimawandel, Rohstoffinteressen und geopolitischen Manövern der Großmächte begleitet werden. Laut Recherchen von taz und Spiegel diskutiert die Bundesregierung unter Druck des NATO-Bündnisses eine verstärkte militärische Präsenz, doch sorgt dies gerade bei linken und grönländischen Stimmen für Skepsis und Ablehnung. Hintergrund ist auch, dass Grönland zuletzt ehrgeizigere Pläne für größere Eigenständigkeit verfolgt und mit einer vielseitigen internationalen Präsenz – China, USA, Dänemark – jongliert. Ein deutsches Konsulat könnte in diesem Spannungsfeld einen wichtigen zivilen Impuls setzen und Deutschlands Rolle in der Arktis neu definieren.