Knapp ein Jahrzehnt nach der letzten großen Exportkrise meldet das Statistische Bundesamt einen sichtbaren Einbruch in Deutschlands Exportbilanz gegenüber den USA: Von Januar bis November 2025 wurden Waren im Wert von rund 135,8 Milliarden Euro über den Atlantik geliefert – das entspricht einem Rückgang von 9,4 Prozent zum Vorjahr. Während deutsche Unternehmen also weniger exportierten, legten die Importe aus den USA um 2,2 Prozent auf 86,9 Milliarden Euro zu – eine durchaus gegensätzliche Entwicklung. Interessant: Während insgesamt die deutschen Exporte minimal wuchsen, hinkte das Geschäft mit den USA deutlich hinterher. Auch der traditionsreiche deutsche Exportüberschuss schrumpfte, fiel um etwa ein Viertel und rangiert mit knapp 49 Milliarden Euro auf einem Tiefststand seit 2021. Besonders traf es die Automobilbranche – ein Minus von fast 18 Prozent bei den USA-Lieferungen. Ein kleiner Trost: Pharmazeutische Produkte konnten leicht zulegen, was aber die herben Verluste bei Autos und Maschinen nicht auffangen konnte. Bemerkenswert ist, dass die USA wegen der schwachen Ausfuhren als Deutschlands wichtigster Handelspartner abgelöst wurden – China steht nun wieder vorn. Übrigens: Auf EU-Ebene läuft es ganz anders. Mit deutlichem Plus, v.a. dank Irland und dem Boom bei Medikamente, konnten die Vereinigten Staaten ihre Bedeutung für die EU festigen. Es gibt also Gewinner und Verlierer in dieser spannenden Verschiebung des globalen Handelsgefüges.
Deutschland erlebt 2025 einen spürbaren Rückgang seiner Exporte in die USA, der maßgeblich aus der restriktiven US-Handelspolitik, der Konjunkturabschwächung und spezifischen Problemen der deutschen Industrie (z.B. Automobilbranche) gespeist wird. Während vor allem bei Kraftfahrzeugen und Maschinen die Nachfrage einbricht, können pharmazeutische Produkte ihr Niveau halten oder leicht ausbauen. Im Unterschied dazu wächst das EU-US-Handelsvolumen weiter, getragen insbesondere von einer überraschend dynamischen Entwicklung in Irland und Italien – pharmazeutische Erzeugnisse rücken ins Zentrum, während Deutschlands Rolle im transatlantischen Handel kleiner wird. Kürzlich berichtet die FAZ zudem von Unsicherheiten rund um die Investitionsbereitschaft deutscher Firmen in den USA – sie befürchten weitere protektionistische Maßnahmen nach der US-Wahl („German companies in the US brace for further headwinds“). Die Zeit hebt hervor, dass gerade kleinere deutsche Unternehmen zunehmend den US-Markt meiden oder sich nach alternativen Absatzmärkten umsehen („Mittelstand schaut nach Asien und Nahost“). Laut taz hat die neue US-Handelspolitik auch Folgen für transatlantische Logistikketten und deutsche Zulieferer, die sich auf stärkere Regulierung und kurzfristige Marktänderungen einstellen müssen.