Deutsche Bahn meldet: Engpässe bei Stellwerken weitestgehend überwunden

Licht am Ende des Tunnels: Nach zähen Jahren mit Personalsorgen behauptet die Deutsche Bahn, jetzt wieder fast überall genug Stellwerkspersonal zu haben. Laut Bahn-Angaben ist die Personalquote erstmals seit Langem bundesweit auf 100 Prozent geklettert. Nur vereinzelt könnten zeitweise noch Engpässe auftreten, aber insgesamt läuft’s offenbar besser.

heute 05:02 Uhr | 2 mal gelesen

"Dass wir diesen Zielwert endlich gepackt haben – und das ausgerechnet bei den Fahrdienstleitern – das kann man gar nicht hoch genug bewerten", findet Philipp Nagl, der Chef von DB InfraGO, dem Schienen-Tochterunternehmen der Bahn. Über zwei Jahre hinweg habe man bis Ende 2025 quer durch Deutschland knapp 2.200 neue Leute für die Stellwerke gewonnen. Durchaus beachtlich: Das ist ein Zehntel mehr als im Jahr zuvor. Trotzdem, meint Nagl, darf man sich auf diesen Lorbeeren nicht ausruhen: Fachkräfte zu halten, wäre mindestens genauso wichtig wie sie anzulocken. Und dann wäre da noch die Technik: Leit- und Sicherungstechnik gehörten dringend erneuert – aber das ist wieder ein anderes Kapitel. Zurück zu den vergangenen Jahren: Da war die Lage gelinde gesagt nervig – zu wenig Fahrdienstleiter, überall Verspätungen, genervte Bahnverbände, schimpfende Betreiber privater Regionalzüge. Die Bundesnetzagentur schaut da schon lange sehr genau hin, teilt ordentlich Rügen aus und hat der Bahn auch schon diverse Male die Daumenschrauben in Form von angedrohten Zwangsgeldern angesetzt. Jetzt aber – immerhin – gibt es auch von dort Lob: Die letzten Entwicklungen sind positiv. Sogar die Drohung mit neuen Bußgeldern lasse man „derzeit im Schrank“, wie ein Sprecher nicht ohne ein gewisses Aufatmen andeutet.

Die Deutsche Bahn meldet, dass der chronische Personalmangel in den Stellwerken aktuell größtenteils behoben sei. Das Unternehmen konnte über die vergangenen zwei Jahre rund 2.200 neue Fachkräfte einstellen, was eine signifikante Steigerung bedeutet. Laut Bundesnetzagentur zeigt sich im Branchenvergleich eine positive Entwicklung, obwohl weiterhin Herausforderungen bei der Modernisierung der Technik bestehen. Ergänzend dazu berichten aktuelle Medienquellen, dass trotz der Verbesserungen die Digitalisierung der Stellwerke vielerorts nur schleppend vorankommt und der technische Nachholbedarf beträchtlich bleibt. Auch der Wettbewerb mit anderen Arbeitgebern – besonders aus der Industrie und Logistik – erschwert das langfristige Halten von qualifiziertem Personal. Während auf dem Papier die Personalquote steigt, äußern Gewerkschaften Zweifel, ob diese langfristig stabil zu halten ist, sollten die Arbeitsbedingungen oder das Lohnniveau nicht weiter verbessert werden.

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