Sicherheit im Regionalverkehr bekommt bei der Bahn derzeit eine deutlich größere Bedeutung als noch vor wenigen Jahren. Besonders die Bodycams, so scheint es, sind das neue Lieblingswerkzeug der Bahnchefs: Laut Harmen van Zijderveld, der für den Regionalbereich verantwortlich ist, gab es bei mehr als 500 dokumentierten Fällen mit eingeschalteter Bodycam lediglich einen ernsthaften Übergriff. Für die Mitarbeitenden ist das Tragen der Kameras zwar eine persönliche Entscheidung – aber durch intensive Schulungen möchte die Bahn die Akzeptanz weiter steigern. Wer will, soll auch eine Kamera erhalten.
Übrigens, ab Herbst will das Unternehmen noch einen Schritt weiter gehen: Dann sollen die Bodycams – bislang nur für Bilder – auch mit Ton aufzeichnen dürfen. Das klingt fast nach Filmset, ist aber eine ernsthafte Maßnahme, um nicht nur abzuschrecken, sondern auch möglichst genau aufzuklären, falls doch mal etwas passiert. Und damit nicht genug: In verschiedenen Pilotprojekten werden neue Begleitkonzepte getestet, etwa Doppelbesetzungen oder Verstärkung durch Personen mit zusätzlicher Sicherheitsschulung. Sogar ein Versuch mit stichhemmenden Westen für Mitarbeitende steht ab Juli an – schon ein bisschen martialisch, könnte man finden, aber offenbar notwendig.
Tja, auch digitale Helfer sind im Anmarsch. Im Hintergrund prüft die Bahn, wie Künstliche Intelligenz in Zukunft Videodaten live analysieren und bei Auseinandersetzungen Alarm auslösen könnte. Die Vorstellung, dass eine Software künftig erkennt, wenn der Ton kippt oder Streit eskaliert, hat etwas Futuristisches – aber vielleicht wird genau das der neue Alltag auf deutschen Schienen.
Die Bahn reagiert mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen auf gestiegene Aggressivität und Gewaltvorfälle im Regionalverkehr. Bodycams haben sich in Pilotprojekten als wirksam erwiesen, um Übergriffe zu verhindern, und werden künftig von mehr Mitarbeitenden getragen – demnächst sogar mit Tonaufzeichnung. Darüber hinaus werden Initiativen wie die Doppelbesetzung von Teams, der Einsatz von stichfesten Westen und verpflichtende Deeskalationstrainings umgesetzt. KI-basierte Überwachungssysteme könnten bald Konflikte in Echtzeit melden, um schneller reagieren zu können. Laut aktuellen Medienberichten waren besonders in den letzten Monaten mehrere Übergriffe auf Bahnmitarbeitende Auslöser für die beschleunigte Einführung der Maßnahmen, teils in enger Absprache mit Gewerkschaften und Polizeikreisen. Überdies kritisieren Datenschutzorganisationen die Ausweitung der Video- und Audioüberwachung, während die Bahn mit dem Wunsch nach mehr Sicherheit argumentiert.