Deutsche Wirtschaftsinstitute stutzen Wachstumsprognosen kräftig zusammen

Deutschlands führende Wirtschaftsinstitute haben ihre Konjunkturerwartungen für dieses Jahr drastisch gesenkt – die neue Prognose liegt spürbar unter den Herbstwerten. Für 2026 gehen sie nur noch von einem minimalen Plus aus.

heute 10:09 Uhr | 4 mal gelesen

Noch vor wenigen Monaten waren die Konjunktur-Prognosen für Deutschlands Wirtschaft überraschend optimistisch – von einem Wachstum von 1,3 Prozent war im Herbst die Rede. Jetzt das böse Erwachen: Die Gemeinschaftsdiagnose der wichtigsten Institute sieht für 2026 nur noch ein kümmerliches Plus von 0,6 Prozent voraus, der Ausblick auf 2027 bleibt ebenfalls verhalten bei 0,9 Prozent. Als Hauptbremsklötze werden gleich mehrere Faktoren genannt: Unterm Strich macht der andauernde Energiepreisschock infolge innen- wie außenpolitischer Krisen der Aufholjagd einen Strich durch die Rechnung. Gleichzeitig verhindern aber umfangreiche staatliche Ausgabenprogramme – etwa für die Bundeswehr, neue Infrastrukturprojekte und Maßnahmen zum Klimaschutz – ein tieferes Abrutschen ins Minus.

Die Institute warnen jedoch: Die steigende Inflation (2026: 2,8 Prozent, 2027: 2,9 Prozent), getrieben durch die Mischung aus Energiepreisanstieg und schuldenfinanzierter Fiskalpolitik, schwächt den privaten Konsum weiter ab. Besonders gravierend: Der demografische Wandel – weniger Erwerbsfähige, Alterung der Gesellschaft und sinkende Wochenarbeitszeiten – droht, die Wachstumsaussichten mittelfristig buchstäblich einzufrieren. Die Arbeitslosenquote klettert, und die ohnehin fragilen Staatsfinanzen geraten durch massiven Schuldenaufbau zunehmend unter Druck. Frische Recherchen zeigen: Das BIP-Wachstum im ersten Quartal 2024 lag bei nur 0,2 Prozent, weit unter den Erwartungen. Die Europäische Zentralbank hat ihre Zinssenkung bislang nur zaghaft umgesetzt, wodurch die Kreditvergabe an Unternehmen weiterhin zäh bleibt. Internationale Handelskonflikte und Unsicherheit bei Investitionen halten die Exportindustrien auf Sparflamme. Immer mehr Experten warnen, dass ein Paradigmenwechsel bei der Förderung von Innovation und der Stärkung der Fachkräftebasis überfällig ist.

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