Mal ehrlich: Wer hätte gedacht, dass die Zahlen so hoch ausfallen? Wenn man durch die Stadt läuft, sieht man die Mülltonnen überquellen, und manchmal fragt man sich schon, was am Ende wirklich mit dem Verpackungsmüll passiert. Laut Axel Subklew, dem Sprecher von "Mülltrennung wirkt", sind die aktuellen Ergebnisse jedenfalls ein klares Zeichen, dass das System greift. Besonders bei Kunststoff und Metallen werden inzwischen so viele Wertstoffe zurückgewonnen, dass man beinahe ins Staunen gerät – 71 Prozent der Kunststoffe landen erneut im Produktionskreislauf. Und trotzdem hält sich hartnäckig das Gerücht, ein Großteil würde einfach verbrannt. Falsch. Die Sortieranlagen, die das erledigen, erinnern in ihrer Komplexität fast eher an eine Raumstation als an ein traditionelles Werk. Wer mag, kann sich das Ganze übrigens selbst anschauen: Die Initiative bietet einen Erklärfilm und sogar einen virtuellen Rundgang an.
Die eigentliche Knacknuss liegt jedoch beim Sammeln: Fast ein Drittel des Inhalts der Gelben Tonne gehört da eigentlich gar nicht hinein. Der Müll muss dann mühselig aussortiert werden – und das stört den Kreislauf. Ebenso ärgerlich: Glas landet allzu oft im Restmüll und ist dann fürs Recycling verloren. Nimmt man also die Leichtverpackungen als Maßstab, lag die Gesamtrecyclingquote 2024 bei soliden 53 Prozent, was immerhin über dem Pflichtwert liegt. Menschen mögen es leicht vergessen: Das Richtige landet in der Gelben Tonne, der Rest gehört woanders hin. Aber wer sich Zeit nimmt, verändert Weltläufe – oder zumindest Müllberge.
Die Initiative "Mülltrennung wirkt" sorgt übrigens nicht nur für Aufklärung, sondern räumt auch mit diversen Irrtümern rund ums Sortieren auf. Kleines Kuriosum am Rande: Bei besonders guten Jahren können die offiziellen Quoten sogar über 100 Prozent hinausschießen (weil mehr gesammelt wird als lizenziert ist). Klingt seltsam, ist aber wahr: Die Zahlen sind manchmal ein bisschen wunderlich.
Die deutschen Recyclingquoten für Verpackungen belegen, dass das duale System 2024 sehr wirksam war: Fast neun von zehn Verpackungen wurden recycelt, insbesondere bei Kunststoffverpackungen konnte eine stoffliche Verwertungsquote von 71 Prozent erreicht werden. Trotzdem wird die Effektivität durch Fehlwürfe in Gelben Tonnen und Säcken gebremst – rund ein Drittel des Inhalts ist falsch entsorgt – und auch durch das „Verlorengehen“ von Wertstoffen im Restmüll gibt es Luft nach oben. Laut neueren Medienberichten wird politisch und gesellschaftlich weiter über Maßnahmen diskutiert, um die Beteiligung der Verbraucher:innen an der Mülltrennung zu erhöhen und die Recycling-Bilanz in Zukunft weiter zu verbessern, etwa durch stärkere Kontrollmechanismen, neue Kampagnen oder Änderungen im Verpackungsgesetz.
Zusätzlich weisen aktuelle Diskussionen aus Medien wie Zeit Online, Süddeutsche oder FAZ darauf hin, dass die europäischen Vorgaben für Recyclingquoten weiter verschärft werden und für 2025 beziehungsweise 2030 noch deutlich höhere Ziele gesetzt sind. Debattiert wird auch über technologische Innovationen, etwa KI-gestützte Sortiermaschinen, die eine genauere Trennung ermöglichen, sowie erweiterte Herstellerverantwortung und verpflichtende Eco-Designs für Verpackungen. Herausforderungen bleiben das Konsumverhalten, globale Lieferketten und der richtige Umgang mit Bio-Kunststoffen, die das herkömmliche System oft eher stören als verbessern.