MENG – Gegen den Strom: Die Sehnsucht nach dem echten Klang

Heidelberg. MENG steht für mehr als Routine und Perfektion – er ist ein Musiker, der die Bühne nicht nur betritt, sondern jedes Mal neu erfindet. Jahrelang in der Pop- und Studiomaschinerie unterwegs, wagte er einen künstlerischen Befreiungsschlag. Was hat ihn angetrieben, alles aufs Spiel zu setzen, um Musik im Moment lebendig und verletzlich werden zu lassen?

heute 12:05 Uhr | 3 mal gelesen

Manchmal, wenn man sich Konzerte anhört, überkommt einen das Gefühl: Alles klingt irgendwie geglättet, vorhersehbar, gefangen im Netz digitaler Perfektion. Auch MENG war lange ein Teil davon: Mal Produzent, mal Arrangeur, stets Teil der maschinellen Studio-Welt – mit all den Höhen, Zwängen und überraschend leeren Zwischenräumen. Nach Jahrzehnten Erfolg stand für ihn am Ende eine Erkenntnis, die wie ein kleiner Riss im Lack glänzte: Musik, die zu perfekt ist, ist seltsam leblos. „Jede Sicherung im Studio, jeder Klick im Sequencer – es gab einen Punkt, da entfernte ich mich von dem, was Musik ursprünglich in mir ausgelöst hat: diese Gänsehaut des Unbekannten“, erinnert sich MENG. Genau dort, irgendwo zwischen leiser Existenzkrise und Aufbruch, beginnt seine Reise zurück zur Musik, die im Hier und Jetzt entsteht.

„Es reicht nicht mehr, jedes Stück zu kontrollieren. Ich wollte wissen, ob sich Magie erzeugen lässt, wenn ich komplett loslasse.“ Dieser Gedanke wuchs zu einer Art Mission: Raus aus dem Loop, weg von festen Abläufen – hin zur Komposition, die aus der Laune des Moments geboren wird. Die Luft im Saal, das Flüstern im Publikum, die seltsam bedrückende oder helle Stimmung – all das wird zu seinem neuen Material. Mal mischt sich Jazz versöhnlich mit Klassik, dann blitzt Pop auf, alles uferlos und doch sehr präsent. Sich auf diese Spur zu begeben, ist für MENG wie ein Drahtseilakt ohne Netz: spannend, beängstigend, berauschend.

Der Fokus auf das Unwiederholbare

MENGs künstlerischer Dreh- und Angelpunkt ist heute nicht asketisch, sondern konzentriert: Nach all den Jahren im Studio, nach Begegnungen mit Künstlergrößen wie Quincy Jones, Phil Collins oder Herbie Hancock, stand irgendwann die Frage nach dem echten Kern – was bleibt, wenn der Applaus verhallt? Für MENG war die Antwort überraschend klar: Nur das, was im Moment erschaffen wird, trägt den Funken des Einmaligen. „Im Studio lernt man zu arbeiten, auf der Bühne, dem Zufall zu vertrauen“, sagt er und wirkt dabei wohltuend ehrlich.

Indem MENG sich stur auf Flügel, Raum, Atmosphäre beschränkt, gewinnt die Kunst an Gewicht – jedes Konzert ein neues Abenteuer. Alles, was die Perfektion von gestern verbot, darf heute stattfinden: Missklänge, Stille, Publikumsreaktionen, eigene Nervosität. Es ist sein persönliches Manifest gegen den Trend der fließbandhaften Musik. „Ich will keine Playlist abspulen, sondern mich selbst überraschen.“

Neue Bühnenformen, neue Risiken – und ein wenig Luxus

Das veränderte mind-set macht auch die Konzerte von MENG einzigartig. Luxushotels, herrschaftliche Säle oder intime private Sets werden zu einer Art Labor für das Unerwartete. Technik bleibt draußen. Die Echtheit des Moments, das zögernde Atmen, das Knistern im Publikum – das alles wird Teil des Ergebnisses. Aus MENGs Sicht ist das eigentlich das Gegenteil von Show, eher eine Fragestellung an sich selbst und das Publikum: Halten wir das Unberechenbare aus?

Fazit: Erfolg – aber nicht um jeden Preis

Immer mehr verfolgt die Musikwelt das, was MENG als spontane Kunstform propagiert: Nicht immer ist es die makellose Aufführung, sondern die Nähe zum Moment, die wirklich bleibt. Der erfahrene Musikexperte Fred Schoenagel attestiert MENG jedenfalls ein Niveau, das selten geworden ist: „So direkt, so natürlich, so verletzlich – das ist keine Routine, das ist pures Abenteuer“, so Schoenagel. Am Rand des Perfekten findet MENG heute Inspiration für eine neue Generation von Künstlern – kompromisslos, riskant, radikal echt.

Mehr zu MENGs Arbeit auf: mengmusic.com

Kontakt bei Presseanfragen: contact@mengmusic.com

MENG hat sich als Musiker über zahlreiche Stationen hinweg konsequent von der sicheren, digital dominierten Studioarbeit zu einem kompromisslosen Ansatz der Live-Komposition entwickelt. Seine Arbeit steht beispielhaft für eine Gegenbewegung zum Trend der Reproduzierbarkeit und Perfektionierung moderner Musik – Momente, Atmosphäre und sogar Fehler werden Teil des Gesamtkunstwerks. Diese Haltung stößt in einer Zeit, wo Künstliche Intelligenz und Algorithmen verstärkt Musikschaffen beeinflussen, auf wachsendes Interesse sowohl beim Publikum als auch in der Musikkritik. Im aktuellen Kontext sieht man, dass die Sehnsucht nach echten, einmaligen Erlebnissen in der Musikszene immer stärker wird, etwa auch in der wachsenden Popularität von kleinen, intimen Konzerten und experimentellen Formaten. Laut Medienberichten aus den letzten Tagen (siehe Ergänzung) steigt die Nachfrage nach originellen, nicht reproduzierbaren Auftrittsformaten, die sich bewusst von der Massenproduktion absetzen und Individualität, Atmosphäre und das Unerwartete zelebrieren.

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