Deutschland lockt 45 Top-Forschende aus den USA an

Die Bemühungen der Bundesregierung, hochkarätige Wissenschaftler aus dem Ausland anzuwerben, tragen erste, durchaus sichtbare Früchte.

heute 09:22 Uhr | 3 mal gelesen

Seit dem Sommer 2025 läuft das sogenannte 1000-Köpfe-Plus-Programm: Laut Bundesforschungsministerin Dorothee Bär zog es bislang 286 herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 45 verschiedenen Ländern nach Deutschland, darunter 45 aus den Vereinigten Staaten. Damit sind die USA mit etwa 16 Prozent aller Zugezogenen Spitzenreiter, gefolgt von China (13 Prozent) und Indien (9 Prozent). Bär betonte ausdrücklich den Stellenwert der im Grundgesetz verankerten Wissenschaftsfreiheit. Das sei einer der wichtigsten Magneten für Forschende weltweit – und nicht selbstverständlich, wie etwa der politische Druck auf Universitäten in den USA seit Trumps erneuter Präsidentschaft zeige. Aus Bärs Sicht gilt es, diese Freiheit unbedingt zu schützen – auch gegen Angriffe von der AfD. Was übrigens auffällt: Die Zahl scheint nicht nur vom Gehalt, sondern vor allem vom akademischen Klima abzuhängen.

Deutschlands Forschungslandschaft profitiert zunehmend vom Zuzug internationaler Spitzenleute, besonders aus den USA. Bis Anfang Juni 2025 wurden laut Ministerium fast 300 hochqualifizierte Forscher aus aller Welt nach Deutschland geholt, was auf gezielte Programme und ein attraktives Arbeitsumfeld zurückzuführen ist. Neuere Berichte, etwa aus der taz und von der Süddeutschen, bestätigen die wachsende Besorgnis unter amerikanischen Wissenschaftlern angesichts politischer Unsicherheiten in den USA und heben den Stellenwert der Wissenschaftsfreiheit in Deutschland als entscheidendes Argument für einen Wechsel hervor. Dazu kommt, dass andere europäische Länder sich ebenfalls bemühen, von Trumps restriktiver Wissenschaftspolitik zu profitieren. Allerdings werden Fragen zur Nachhaltigkeit dieser Entwicklung laut: Können kurzfristige Programme tatsächlich den „Brain Gain“ sichern, wenn etwa Bürokratie oder Fremdenfeindlichkeit steigen? Und inwiefern reagieren deutsche Hochschulen flexibel auf die neuen internationalen Kolleginnen und Kollegen?

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