Deutschland stellt UNIDO-Investitionsbüros auf den Prüfstand

Nach fast zehn Jahren beendet das BMZ die Unterstützung für die UN-Investitionsförderbüros in Bonn und Berlin.

heute 14:30 Uhr | 3 mal gelesen

Es ist eine Entscheidung, die im ersten Moment fast beiläufig daherkommt – und doch gewichtige Konsequenzen nach sich zieht: Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) hat angekündigt, das Investitions- und Technologieförderungsprojekt ITPO der UNIDO in Deutschland ab Ende 2026 auslaufen zu lassen. Ursprünglich wurden die beiden Standorte, Bonn und Berlin, 2016 ins Leben gerufen. Damals war von Aufbruch und technologischem Austausch die Rede. Die Aufgabe: Unternehmen und Investoren unter die Arme greifen, wenn es um Technologieprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern geht.

Die Entscheidung des BMZ, die Unterstützung für die UNIDO-Investitionsbüros zu beenden, fällt in eine Zeit, in der die Haushaltsmittel des Ministeriums grundsätzlich auf dem Prüfstand stehen. 2024 schlug die Förderung mit 1,7 Millionen Euro zu Buche, 2025 werden es voraussichtlich 1,8 Millionen Euro sein – für viele Länder sind das Summen, mit denen signifikante Entwicklungen verbunden werden. Kritik kam prompt, etwa von der African Energy Chamber, die befürchtet, dass wichtige Brücken zwischen Investoren und Projekten insbesondere für afrikanische Länder wegbrechen. Neben finanziellen Erwägungen scheint auch der Wandel entwicklungspolitischer Prioritäten eine Rolle zu spielen, während die Bundesregierung betont, dass die Kooperation mit UNIDO weiterhin über andere Kanäle läuft. Es bleibt abzuwarten, wie dieser Schritt die internationale Vernetzung deutscher Unternehmen beeinflussen wird.

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