Deutschlands Auto-Giganten setzen auf neues Indien-Abkommen

VW und Mercedes zeigen sich erfreut über das Handelsabkommen zwischen der EU und Indien, das niedrigere Autozölle vorsieht. Mercedes-Boss Ola Källenius nennt es eine rare gute Nachricht und betont das Wachstumspotenzial auf dem Subkontinent.

heute 13:00 Uhr | 2 mal gelesen

Da ist sie – diese Art von Meldung, die eigentlich jeder CEO am liebsten gleich morgens im Postfach findet. Mercedes-Chef Ola Källenius sieht das neue Handelsabkommen mit Indien nicht nur als Vorteil für Deutschland oder Europa, sondern ausdrücklich auch für Indien selbst. "Eine win-win-Situation", um mal die abgedroschene Vokabel zu bemühen. Källenius hebt hervor: Mercedes investiere ohnehin bereits umfangreich in Indien, betreibe Entwicklung und Produktion vor Ort. Schon das habe sich ausgezahlt – und künftig, falls die Handelsbarrieren weiter fallen, rechnet er sich noch deutlich mehr Erfolgschancen aus. Klingt fast wie Kaffeesatzlesen, aber im rasant wachsenden indischen Markt ist Optimismus wohl berechtigt. VW-Konzernchef Oliver Blume sieht die Sache ähnlich. Auch er lobt, dass die globalen Kompetenzen seines Konzerns ideal zum dynamischen Umfeld Indiens passen. Jetzt gehe es ins Detail: Wie genau die Zölle und Bedingungen ausfallen, müsse man noch abwarten. Blume unterstreicht: Indien ist inzwischen der drittgrößte Automobilmarkt weltweit – daran kommt niemand vorbei. Mit Handelsabkommen wächst offenbar nicht nur der Warenverkehr, sondern auch die Hoffnung auf ein kräftigeres Europa im globalen Wettbewerb. Gut, klingt nach PR. Aber vielleicht ist diesmal wirklich Bewegung drin.

Beide Automobilkonzerne, VW und Mercedes, betonen die strategische Bedeutung Indiens angesichts wachsender globaler Konkurrenz. Das geplante Handelsabkommen zwischen der EU und Indien verspricht neben gesenkten Autozöllen auch eine engere wirtschaftliche Verflechtung – für den sich verändernden Automarkt Asiens eine wichtige Perspektive. Indiens Regierung will zudem mit der 'Make in India'-Initiative gezielt ausländische Investitionen und Hightech-Arbeitsplätze ins Land holen – was wiederum für deutsche Autobauer wie eine Einladung zu Innovation und Expansion klingt. Aktuelle Berichte zeigen, dass sowohl indische als auch europäische Verhandler in Fragen wie nachhaltige Produktion und fairen Wettbewerb noch ringen; das finale Abkommen dürfte daher Abstufungen und Übergangsfristen vorsehen. Außerdem diskutieren Handelsanalysten Risiken wie steigende Rohstoffpreise und eine potenzielle Verlangsamung des globalen Wachstums, was Deutschlands erklärtes Ziel, seine Exportabhängigkeit breiter aufzustellen, noch dringlicher erscheinen lässt.

Schlagwort aus diesem Artikel