Wissenschaft trifft auf Supermarktregal
Die Digitalisierung krempelt den Einzelhandel geradezu um – Online-Handel, smarte Lieferketten, KI-gestützte Personalisierung: Was vor zehn Jahren kaum vorstellbar war, ist jetzt Alltag, jedenfalls in Ansätzen. Die frisch gestiftete Professur, angestoßen von EDEKA, soll das nicht nur mit dem Fernglas beforschen, sondern mitten in den Austausch mit der Praxis gehen. Kooperationen, gemeinsame Forschungsprojekte, echte Einblicke: Ziel ist, dass Wissenschaft und Wirtschaft sich gegenseitig herausfordern – manchmal ja gar nicht so leicht, wenn jeder in seiner Sprache spricht.
Theresa Sophie Bockelmann, ab Sommer 2026 im Amt, bringt für diese Aufgabe einen beachtlichen Rucksack mit: Management-Studium und Promotion über digitale Innovationsstrategien, dazu ein paar Jahre im Beratungstrubel, dann Start-up-Luft und zuletzt Ko-Leiterin eines KI-Instituts. Wissenshungrig, zupackend, anwendungsorientiert – so wird sie beschrieben. Sie sagt: „Die Veränderungen durch die Digitalisierung sind gewaltig und eröffnen den Unternehmen Chancen, die sie nie erwartet hätten – aber auch Pflichten, ständig zu lernen und sich zu erneuern. Wissenschaftliche Analysen können die ganze Handelsbranche auf neue Ideen bringen.“
EDEKA spielt auf Zukunft
EDEKA sieht seine Förderinitiative als langfristigen Akt: Innovativ bleiben, Wissen weitergeben und Nachwuchs großziehen – so das erklärte Ziel. Dafür wird die Professur sechs Jahre lang aus der Hamburger Zentrale unterstützt. „Den digitalen Wandel schaffen wir nur gemeinsam – Wissenschaft allein hilft nicht, die Praxis auch nicht, aber im Austausch wachsen beide“, betont Peter Keitel von der EDEKA-Zentrale. Und Prof. Jan Recker (Uni Hamburg) meint: „Digitalisierung ist kein Laborprojekt, sie findet im Alltag statt – im Laden, am Smartphone, unter echten Menschen. Genau das wollen wir sichtbar machen.“
Was viele nicht wissen: Die Business School der Universität Hamburg rangiert mit ihren Köpfen und Projekten auf einem der vorderen Plätze im deutschen BWL-Ranking. Ein traditionsreicher, aber ziemlich agiler Wissenschaftsort also.
Mehr als nur Einkaufskorb
Ein paar Sätze zu EDEKA selbst: Über 3.200 selbstständige Kaufleute in Deutschland, unterstützt von sechs regionalen Giganten, dazu die berühmte Zentrale in Hamburg mit ihrer „Wir lieben Lebensmittel“-Mentalität. Im vergangenen Jahr kamen rund 77,3 Milliarden Euro Umsatz zusammen, 417.500 Mitarbeitende stemmen Tag für Tag die Versorgung, dazu fast 21.000 Azubis (was kaum jemand auf dem Zettel hat). Netto, trinkgut, budni – die vielfältigen Marken zeigen: EDEKA ist mehr als die Supermärkte von nebenan.
Die EDEKA-Gruppe setzt mit der Stiftungsprofessur an der Universität Hamburg ein klares Zeichen für die Verknüpfung von Wissenschaft, Technik und Handelspraxis – ein Thema, das gerade jetzt, da Künstliche Intelligenz, Automatisierung und digitale Services den Einzelhandel tiefgreifend verändern, kaum aktueller sein könnte. Prof. Dr. Theresa Sophie Bockelmann bringt Erfahrung aus unterschiedlichsten Branchen und Kooperationsprojekten mit – offensichtlich ein Glücksgriff für eine Professur zwischen Forschung, Praxis und dem echten Leben. In der Landschaft der Hochschulen nimmt die Hamburger Business School ohnehin eine Spitzenstellung ein, wie das aktuelle WiWo-Ranking bestätigt. Ergänzend aus aktuellen Recherchen: Mit der zunehmenden Bedeutung von KI im Einzelhandel stehen ethische Fragen, Datenschutz und die Gefahr von Arbeitsplatzverlusten durch Automatisierung ebenfalls höher denn je auf der Agenda, wie aktuelle Artikel etwa auf Spiegel.de oder FAZ.net hervorheben. Gleichzeitig zeigen neue Studien, dass digitale Innovationen – etwa im Bereich Personalisierung und Lieferlogistik – das Einkauferlebnis verbessern, aber auch neue Anforderungen an das Know-how des Personals stellen. In vielen Kommentaren in den Medien wird außerdem die Bedeutung von Partnerschaften zwischen Wirtschaft und Hochschulen als Motor für Innovation und gesellschaftlichen Wandel betont.