Diskussion um Verlängerung der Legislaturperiode nimmt Fahrt auf

Hochrangige Politiker aus CDU und Grünen sprechen sich für eine Ausdehnung der Bundestagswahlperiode auf fünf Jahre aus.

heute 14:00 Uhr | 1 mal gelesen

Irgendwie scheint es paradox: Während in den meisten Landesparlamenten und auch im Europaparlament erst nach fünf Jahren neu gewählt wird, drängelt sich der Bundestag weiterhin im Vierjahres-Takt. Thomas Strobl, immerhin Landtagspräsident und CDU-Urgestein aus Baden-Württemberg, findet: Das ist aus der Zeit gefallen. 'Fünf Jahre wären einfach praktischer und demokratisch sinnvoll', so ließ er in einem Interview mit der 'Zeit' durchblicken. Anderswo – etwa in Frankreich, Spanien oder Polen – ist dieser Rhythmus längst Standard. Mit seiner Meinung steht Strobl nicht allein: Omid Nouripour, aktuell einer der Bundestagsvizepräsidenten und Stimme der Grünen, sieht in einer längeren Legislatur auch einen kulturellen Gewinn. Weniger Hektik, mehr Raum für Debatte – so die Hoffnung. Die politische Atmung, so Nouripour, sei ohnehin zu gehetzt geworden. Spannend: Während Strobl die Synchronisierung von Landtagswahlen für überzogen hält, hatte Nouripour sich zumindest mal dafür erwärmt. Viel Gegenliebe gab’s dafür allerdings nicht.

Der Vorschlag hochrangiger Politiker, die Legislaturperiode des Deutschen Bundestags auf fünf Jahre zu verlängern, rückt eine alte Diskussion erneut ins Zentrum. Während Strobl (CDU) dabei argumentiert, dass Deutschland mit seiner aktuellen Vierjahresperiode gegenüber vielen europäischen Partnern eine Ausnahme darstelle, betont Bundestagsvizepräsident Nouripour (Grüne) den Vorteil einer ruhigeren und substanzvolleren Debattenkultur. Eine Verlängerung könnte der ständigen 'Atemnot' der Politik entgegenwirken und ermöglicht strategischere, langfristigere Entscheidungen. Allerdings bleibt offen, inwiefern eine Reform politisch durchsetzbar ist, da es auch Widerstände gibt, beispielsweise gegen die Vereinheitlichung von Wahlterminen. Darüber hinaus zeigt ein Blick in aktuelle Debatten und Kommentare, dass sich insbesondere die Union und die Grünen für eine Modernisierung des parlamentarischen Systems starkmachen; Parteien wie SPD und FDP reagieren bisher verhalten und pochen auf breite gesellschaftliche Debatte vor einer möglichen Grundgesetzänderung. Die Diskussion muss nicht zuletzt auch die Gefahr einer Entfremdung zwischen Politik und Bevölkerung abwägen, wenn Wahltermine seltener würden.

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