Donnerstag bestätigte Indiens Schifffahrtsminister Sarbananda Sonowal den Tod von drei indischen Seeleuten nach einem militärischen Angriff der USA im Golf von Oman. Das Schicksal der Besatzung der "MT Settebello", unterwegs unter der Flagge Palau, war zunächst unklar. Erst nachdem 21 Crewmitglieder gerettet werden konnten, stellte sich das Ausmaß heraus. Die USA werfen dem Schiff vor, trotz wiederholter Aufforderungen, eine Blockade nicht zu durchbrechen, Anweisungen missachtet zu haben. Laut Pentagon griff ein US-Kampfflugzeug nach mehreren Warnungen zielgenau den Maschinenraum an – eine Eskalation, die Indien deutlich kritisierte. Die Regierung in Neu-Delhi holte einen hohen US-Diplomaten zum Gespräch.
Auffällig: Es ist nicht der erste Vorfall in diesen Tagen. Gerade erst hatte die US-Marine einen weiteren Tanker gestoppt, die "Marivex". Die indische Seemannsgewerkschaft hält die Militäraktion für unverhältnismäßig und betont, man hätte die Schiffe alternativ festsetzen können. Generell wächst damit der Druck auf beide Regierungen. Iran und USA schießen sich mittlerweile beinahe täglich aufeinander ein, was die ohnehin fragile Waffenruhe bröckeln lässt. Präsident Trump warnte den Iran scharf und rief zu einem schnellen Friedensschluss auf. Seit Beginn der Kämpfe im Februar, ausgelöst durch Angriffe der USA und Israels, wird die gesamte Golfregion zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. Inzwischen sind auch Libanon und weitere Staaten betroffen – und ein Ende der Spannungen ist kaum in Sicht.
Die jüngsten Angriffe auf Tankschiffe im Golf von Oman, bei denen erstmals indische Seeleute ums Leben kamen, verdeutlichen eine gefährliche Eskalation der Lage zwischen den USA, Iran und weiteren Akteuren. Während die USA behaupten, mit gezielten militärischen Maßnahmen eine iranische Umgehung der Ölblockade zu verhindern, sieht Indien die Aktionen als ungerechtfertigt und fordert den Schutz ziviler Schifffahrt. Handelswege durch die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Energierouten weltweit – stehen damit unter massivem Druck. Laut aktuellen Berichten aus internationalen Medien verstärken zudem die neue Blockadepolitik und gegenseitigen Beschuldigungen zwischen Washington und Teheran die Risiken für die internationale Versorgungslage. Die Tanker-Angriffe sind zudem Teil eines größeren regionalen Konflikts, dessen ursprünglicher Auslöser die gezielte Tötung eines religiösen Führers im Iran war und der seitdem auf mehrere Länder übergegriffen hat. Jüngste Berichte führen auf, dass sowohl wirtschaftliche Interessen als auch politische Machtkämpfe im Schatten des Ukrainekriegs und erneuter Spannungen im Nahen Osten eine Rolle spielen. Darüber hinaus fordern europäische Staaten, darunter Deutschland und Frankreich, zunehmend diplomatische Lösungen und höhere Sicherheitsstandards für Handelsschiffe auf den internationalen Routen.