eGovernment-Wettbewerb feiert 25 Jahre: Neustart für digitale Verwaltung und Bewerbungsbeginn

Frankfurt am Main – Der eGovernment-Wettbewerb, zentraler Treffpunkt für digitale und moderne Verwaltung in Deutschland, Österreich und der Schweiz, begeht sein 25-jähriges Bestehen und läutet den Start der aktuellen Bewerbungsrunde ein. Öffentliche Einrichtungen und Organisationen sind bis zum 17. Mai 2026 eingeladen, ihre zukunftsweisenden Lösungen in vier Kernthemen einzureichen.

heute 13:00 Uhr | 2 mal gelesen

Schon erstaunlich, wie 25 Jahre – gefühlte Ewigkeiten, wenn man ehrlich ist – einen Wettbewerb wie den eGovernment-Wettbewerb formen und prägen. 1999 mutete die Digitalisierung der Verwaltung noch ein wenig wie Science-Fiction an; heute hingegen ist sie Alltag und Herausforderung zugleich. Die Managementberatung BearingPoint und Technologieriese Cisco öffnen auch in diesem Jahr wieder das Rennen um die innovativsten Projekte im öffentlichen Sektor – und das nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten DACH-Region. Was auffällt: Es geht längst nicht mehr bloß um die Digitalisierung um ihrer selbst willen. Im Mittelpunkt stehen Projekte, die echte Verbesserungen schaffen, den Alltag der Bürgerinnen und Bürger leichter machen und gleichzeitig transparent und nachhaltig agieren. In vier Rubriken, die klangvoll den „Puls der Verwaltung von morgen“ abbilden sollen, sind Bewerbungen willkommen. Von energieeffizienter IT bis zu clever durchdachten digitalen Plattformen – Nachhaltigkeit zieht sich als roter Faden durch alle Kategorien. Die eingereichten Projekte werden von einer unabhängigen Jury nach Innovationskraft, gesellschaftlichem Mehrwert und Skalierbarkeit bewertet. Besonders schön, meiner Meinung nach: Auch ein Publikumspreis wird vergeben – das öffnet den Wettbewerb für breitere Anerkennung, jenseits von Expertengremien. Klar ist: Wer heute innovative Verwaltung mitgestalten will, braucht mehr als Technik. Vertrauen, Bürgernähe und die Bereitschaft zum Umdenken sind gefragt. Sowohl Cisco als auch BearingPoint, die an diesem Wettbewerb maßgeblich beteiligt sind, rufen ausdrücklich dazu auf, Mut zu neuen Wegen zu zeigen. Gerade jetzt, wo so viele über Bürokratiestau und schleppende Digitalisierung klagen, kann die Bühne dieses Wettbewerbs ein echter Katalysator sein. Wer sich bewerben will – und wer sich das nicht zutraut? Naja, erfahrungsgemäß sitzen die spannendsten Projekte manchmal gerade jenseits der glitzernden Metropolen, irgendwo im spröden Alltag. Infos gibt’s unter www.egovernment-wettbewerb.de. Und für Neugierige, Vernetzungshungrige oder einfach Skeptiker: Die ausgezeichneten Projekte werden im kommenden Jahr erstmals in einem offenen Showcase präsentiert. Die Hoffnung: dass der Funke überspringt – und die Verwaltung von morgen nicht nur digitaler, sondern auch nahbarer wird.

Im Kern feiert der eGovernment-Wettbewerb ein Vierteljahrhundert Innovationsfreude – eine Auszeichnung, die mittlerweile fast schon ein Seismograf für den Zustand der Digitalverwaltung im deutschsprachigen Raum geworden ist. Die Teilnehmenden reichen Projekte ein, die von der Jury nach Innovationsgrad, gesellschaftlichen Nutzen und Zukunftsfähigkeit bewertet werden. Gerade das Thema Nachhaltigkeit bleibt als Querschnitt überall präsent – ein Spiegelbild aktueller gesellschaftlicher Forderungen. Neu aufgekommen ist in letzter Zeit im Diskurs um die Digitalisierung die Frage der digitalen Souveränität: Nach aktuellen Berichten (u.a. bei der Süddeutschen und FAZ) wächst der Anspruch, die Kontrolle über eigene Verwaltungslösungen zurückzugewinnen und weniger abhängig von einzelnen Tech-Giganten zu sein. Auch die aktuelle Debatte zum Onlinezugangsgesetz (OZG) und der schleppende Ausbau digitaler Bürgerdienste bewegen viele Kommunen, neue Ansätze zu suchen. Zudem spielt Künstliche Intelligenz eine immer größere Rolle, sei es bei Chatbots für Bürgeranfragen oder sogar bei der Bearbeitung von Vorgängen – Pilotprojekte hierzu werden explizit von den Veranstaltern willkommen geheißen. Alles in allem bleibt festzuhalten: Viele öffentliche Organisationen starten mittlerweile verstärkt Kooperationen, um voneinander zu lernen, anstatt alles neu zu erfinden – Open-Source-Lösungen und Netzwerke werden dabei wichtiger. Aus den jüngsten Medienbeobachtungen ergibt sich, dass die DACH-Länder bei der Digitalisierung weiterhin Nachholbedarf haben, neue Impulse wie der eGovernment-Wettbewerb aber ein Motor für Fortschritt sein können.

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