Ein Hauch von Hollywood auf der Museumsinsel: UFA Filmnächte 2026 feiern deutsche Stummfilmkunst in Amerika

Open Air, Musik und längst vergangene Filmkunst: Die UFA Filmnächte laden vom 26. bis 28. August 2026 Filmbegeisterte nach Berlin ein – direkt vor der imposanten Museumsinsel und mit handverlesenen Stummfilmen, die den Einfluss deutscher Kreativer auf das alte Hollywood ausleuchten.

01.07.26 13:23 Uhr | 20 mal gelesen

Es gibt Veranstaltungen, die einen wirklich aus dem Alltagstoaster katapultieren – die UFA Filmnächte gehören definitiv dazu. Dieses Jahr geht’s, zum allerersten Mal, richtig runter in die Tiefen amerikanischer Filmgeschichte: Drei Abende, drei stille Meisterwerke von deutschen Regisseuren, die damals in den Goldrausch von Hollywood gezogen wurden. Ernst Lubitsch, Paul Leni und Friedrich Wilhelm Murnau waren Pioniere, die mit jeder Filmrolle den internationalen Ruf des deutschen Kinos festigten. Dabei handelt es sich nicht nur um Regisseure auf fernem Kontinent, sondern um ganze Truppen von Filmschaffenden, die in Amerika Ansehen, Freiheit und ein bisschen Kulturschock fanden. Die Filme werden jeweils mit Original-Livemusik unter freiem Himmel gezeigt – schon das allein klingt ein bisschen wie ein Sommermärchen (wenn auch manchmal in Moll). Der Auftakt am Mittwoch: 'Lady Windermere's Fan' von Lubitsch, ein Paradebeispiel des Lubitsch-Touch und eine Satire auf die feinen Zirkel der Gesellschaft. Der Soundtrack stammt von Tobias Schwencke und wird exklusiv von The Roaring Dames uraufgeführt. Weiter geht's mit Paul Lenis 'The Cat and the Canary' inklusive Grusel, Humor und Theremin – ein Instrument, das klingt, als würde ein Gespenst ein Radio stimmen. Zum krönenden Abschluss am Freitag: Murnaus berühmtes 'Sunrise', ein Film, bei dessen melodramatischer Dichte sogar der Wind kurz innehält. Die UFA Filmnächte sind allerdings mehr als Nostalgie – sie zeigen, wie europäische Kreativität das damalige Amerika aufmischte und Hollywood nachhaltig prägte, auch durch Flucht und Exil. Und die Patenschaft der diesjährigen Ausgabe hat mit Alexandra Maria Lara eine charismatische Größe aus dem heutigen Kino. Karten gibt's für 22 Euro – stolzer Preis, aber immerhin ist das Musikalische echt handgemacht.

Die UFA Filmnächte 2026 stehen unter dem Motto der deutsch-amerikanischen Filmbeziehungen der 1920er Jahre: Damals gingen viele deutsche Filmemacher, darunter Lubitsch, Leni und Murnau, nach Hollywood und prägten dort das Weltniveau des Films entscheidend. Diese prägten die Ästhetik, Erzählweise und Technik des amerikanischen Kinos, oft im Angesicht von Ausgrenzung und Verfolgung in Europa. Aktuell findet weltweit ein erneutes Interesse an der Bewahrung des filmischen Erbes statt; Restaurierungsprojekte und Festivals wie die UFA Filmnächte tragen nicht nur dazu bei, die Öffentlichkeit für Stummfilmkunst zu begeistern, sondern auch, den oft dramatischen kulturellen Austausch zwischen Europa und Amerika neu zu erzählen. Zusätzlich gibt es Berichte über die Bedeutung kultureller Förderung in unsicheren Zeiten und die Herausforderungen, kulturelles Erbe zeitgemäß zu vermitteln, etwa durch digitale Innovationen, wie sie auch Bertelsmann mit seinen Archivprojekten entwickelt. Parallel debattieren Medienhäuser derzeit verstärkt über den Stellenwert von Kulturveranstaltungen wie Open-Air-Kinos und Festivals im öffentlichen Raum, insbesondere angesichts von Sparzwängen in der Kulturbranche und neuen Formen digitaler Vermittlung.

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