Eintracht Frankfurt scheitert nach spätem Gegentor in Baku

Eintracht Frankfurt erleidet in der Champions League gegen Qarabag in Baku eine bittere Niederlage – trotz Führung ist das Weiterkommen jetzt außer Reichweite.

heute 20:54 Uhr | 2 mal gelesen

Wer Eintracht Frankfurt durch die Champions League begleitet hat, wurde am Mittwoch Zeuge eines Spiels, das man so schnell nicht vergisst – aber aus Frankfurter Sicht vermutlich vergessen möchte. In Baku, wo Qarabag gewöhnlich eher weniger glamourösen Fußball-Alltag erlebt, setzte es für die Gäste ein 2:3. Das klingt knapp, fühlte sich aber im entscheidenden Moment verheerend an. Das frühe 0:1 nach nur vier Minuten – ein kleiner Schock, aber Frankfurt reagierte sofort. Uzun glich charmant aus; für einen kurzen Moment konnte man an so etwas wie Stabilität glauben. Doch wirklich Ordnung kam nie ins Spiel, denn Qarabag blieb bissig, lauerte immer wieder auf Frankfurter Schnitzer und wirkte, als hätten sie mehr zu gewinnen als zu verlieren. Kurz nach der Pause passierte: wenig. Viel Mittelfeldgeplänkel, abgebrochene Vorstöße, die irgendwie in die Statistik, aber nicht in die Highlights passten. Als Chaibi dann den Elfmeter verwandelte – kurz vor Schluss – schien die Sensation doch noch greifbar. Euphorie auf den Rängen, zumindest im Gästeblock. Fast im nächsten Atemzug aber der Ausgleich für Qarabag. Und als Frankfurt schon wieder ans Luftholen dachte – Nachspielzeit! – rutscht ihnen nach einem schnellen Angriff das Spiel vollends durch die Finger. Mustafazadə trifft, Schlusspfiff. So trist das klingt, so kompliziert ist nun die Lage: Für die Eintracht ist die Saison auf internationalem Parkett vorbei. Baku hingegen jubelt und darf weiterträumen.

Eintracht Frankfurt ist nach der 2:3-Niederlage bei Qarabag mit hängenden Köpfen aus der Champions League ausgeschieden. Besonders bitter: Die Hessen führten kurz vor Schluss noch, ehe Defensive und Nerven gleichzeitig einknickten. Während in Frankfurts Kabine Ernüchterung und Enttäuschung herrschten, herrschte in Aserbaidschan Ausnahmezustand: Mit diesem Sieg wahrt Qarabag die Chance auf die Playoff-Runde – ein sporthistorischer Moment für den Club aus Baku. In den deutschen Medien wird das Frankfurter Aus nicht nur als sportlicher Dämpfer gewertet, sondern auch vor dem Hintergrund deutscher Bilanz in internationalen Wettbewerben kritisch gesehen. Negative Stimmen bemängeln die fehlende Konsequenz und Abwehrschwäche, wobei auch die Drucksituation und die Unsicherheiten im Frankfurter Spiel unter die Lupe genommen werden. Im Umfeld des Wettbewerbs wird zudem die aufblühende Fußballkultur in Aserbaidschan und die gestiegene Leistungsdichte südosteuropäischer Teams thematisiert, die deutsche Clubs mittlerweile vor ungewohnte Herausforderungen stellt.

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