Energieschock: Allianz-Berater plädiert für Tempolimit in Deutschland

Der prominente Allianz-Berater und US-Ökonom Mohamed El-Erian warnt angesichts des Nahost-Konflikts vor massiven wirtschaftlichen Folgen und fordert zum Energiesparen ein Tempolimit in Deutschland. Ein rigides Sparen könne helfen, während direkte Eingriffe wie Benzinpreisdeckelungen zurückgewiesen werden.

26.03.26 22:59 Uhr | 2 mal gelesen

Mohamed El-Erian, dessen Name in Wirtschaftskreisen wie ein Seismograph für globale Umwälzungen klingt, zeigt wenig Zweifel: Der aktuelle Konflikt im Iran stellt die internationale Energiewirtschaft regelrecht auf den Kopf. Das Tempolimit – in Deutschland traditionell ein Reizthema, fast wie der Sonntagsbraten – sieht er als pragmatische Option, um den Energiehunger ein wenig zu zügeln. Nun, nicht überall ist Homeoffice eine Lösung, in anderen Ländern reicht es vom bewussten Heizen bis zum autofreien Sonntag. El-Erian bleibt standhaft gegen pauschale Benzinpreisregulierung: 'Da bin ich Purist', sagt er mit Nachdruck, als wollte er zugleich an die Vernunft und an die Märkte appellieren. Im Gegensatz dazu schlägt er gezielte Hilfen vor, insbesondere für die, die am stärksten unter steigenden Preisen ächzen. Der Nahost-Krieg habe bereits Spuren hinterlassen, die sich in die kommenden Quartale einschreiben werden, meint er – höhere Energiekosten, eine galoppierende Inflation und Zinsen, die nicht mehr zu bändigen scheinen. Sollte es im Nahen Osten noch intensiver krachen, geht buchstäblich das Licht aus: Noch mehr Preisdruck, noch mehr Unsicherheit. Bemerkenswert auch: Für Europa sieht er die Rezessionsgefahr bei einem knappen Drittel. Deutschland könnte die Folgen mit seinem finanziellen Polster und mutigen Reformen etwas abfedern, aber nur, wenn auch auf europäischer Ebene koordiniert Schultern und – ja – Schulden geteilt werden ('Eurobonds' lässt grüßen). El-Erian glaubt nicht an solitäre nationale Antworten – besonders Frankreich wankt da auf dünnem Eis. Und in den USA? Da gibt es Parallelen zu früheren Krisenjahren, die Nerven an den Märkten sind angespannt. Die jüngsten politischen Volten nach dem Ultimatum an den Iran demonstrieren wohl, wie fragil alles derzeit ist.

El-Erian mahnt dringend, die wirtschaftlichen Folgen des Nahost-Konflikts nicht zu unterschätzen und rät Deutschland zu einem Tempolimit als wirksame, einfache Sparmaßnahme. Direkte Markteingriffe wie Preisdeckel hält er für riskant, zielgenaue Hilfen und strukturelle Reformen für vielversprechender. Er prognostiziert eine längere Phase mit angespannter Energie- und Finanzlage sowie ein erhöhtes Rezessionsrisiko für Europa. Aktuelle Expertenanalysen aus verschiedenen Medien unterstreichen: Die Energiemärkte sind nach wie vor äußerst volatil – laut der Süddeutschen Zeitung steigen die Preise für Gas und Strom rapide, während die Politik nach schnellen Lösungen ringt (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Die taz betont, dass eine koordinierte europäische Antwort auf die Krise in Vorbereitung ist und dabei neben einem Tempolimit auch sogenannte Gasgemeinschaftseinkäufe diskutiert werden (Quelle: taz). Laut der FAZ wird in Brüssel zudem eine Erweiterung bestehender Unterstützungsprogramme für Bürger und Unternehmen geprüft, um die kurzfristigen Belastungen infolge der aktuellen Preissprünge abzufedern (Quelle: FAZ).

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